[60] Schlosses zur größten Überraschung des alten Pachnitzki anlangten.
In Pachnitzkis so wenig lieblich duftendem Wohnzimmer nahm Harald den Mörder Griping dann nochmals ins Gebet. – Ich muß noch nachholen, daß wir schon in dem Hohlweg den großen Reisekoffer Gripings aufgebrochen hatten. Er war bis auf einige Wäsche und Kleidungsstücke leer.
„Griping, Sie täten klüger, alles einzugestehen,“ meinte Harald ohne besondere Eindringlichkeit. „Was sollte Ihr Besuch hier auf Schloß Lubowitz?“
„Ich denke, Sie wissen es …!“ höhnte dieser elende Mensch, der jetzt längst wieder seine freche Kaltblütigkeit zurückgewonnen hatte.
„In dem Koffer war eine weibliche Person verborgen,“ sagte Harald ebenso kühl. „Ein blondes, junges Mädchen … Oder – war es eine Tote?“
Griping war jetzt doch zusammengezuckt … – und schwieg …
Da brüllte der alte Pachnitzki, der sich nicht länger beherrschen konnte:
„Ich habe die Tote gesehen, Sie Lump …!! Sie haben die Leiche wohl irgendwo in den Kellern verscharrt!!“
„Ruhe, Pachnitzki!“ mahnte Harald. „Ob Griping gesteht oder nicht – wir finden die blonde Frau schon. Erklären Sie mir lieber, ob es hier im Schloß ein geheimes Zimmer oder doch ein geheimes Gelaß gibt, das groß genug ist, zwei Menschen zu beherbergen …“
Der Alte nickte widerwillig …
„Ein solches Gelaß gibt es allerdings, Herr Harst … Im Keller des Hauptflügels liegt es, hat aber den Eingang von oben durch einen großen Flurschrank.“
„Und Ihr mißratener Sohn kannte dieses Gelaß …“
„Ja …“