[39] Kanal geentert, die Besatzung ermordet und das Gold, zehn Millionen, von einer fremden Jacht entführt worden sei. Beweise ließen sich nicht erbringen, alles blieb bloße Vermutung, alle Nachforschungen zerrannen in Nichts, – schließlich begnügte man sich mit der Annahme, daß der plötzlich aufgekommene nächtliche Orkan den Goldtransport mit Mann und Maus in die Tiefe geschickt hätte. Trotzdem wird der Oberst sich schon durch den auf seinem Bruder lastenden Verdacht entehrt gefühlt haben, er zog die für einen Offizier einzig mögliche Konsequenz, nahm seinen Abschied und versuchte nun seinerseits die geheimnisvolle Angelegenheit aufzuklären. Er muß auch bestimmte Anhaltspunkte dafür gefunden haben, daß tatsächlich ein Piratenstreich vorläge, er muß gewissen Spuren hartnäckig nachgegangen sein, – was er in Wahrheit ermittelte, entzieht sich meiner Kenntnis.“
„Es stimmt,“ sagte Fung Li mit einer knappen Verneigung gegen Harst. „Jetzt, wo sowohl Frau Mac Olden, diese bedauernswerte Mutter, und der Oberst tot sind, darf ich sprechen.“ Er nahm in einem Korbsessel Platz und senkte den Kopf, legte die Fingerspitzen seiner winzigen, tadellos gepflegten Hände aneinander und erklärte ohne merkliche Betonung: „Oskar Mac Olden hat das Gold geraubt. Seine Verbündeten waren keine eigentlichen Verbrecher, sondern alles dunkle Existenzen wie er. Fünf Jahre lang haben wir in heimlichem Forschen die einzelnen Mitglieder dieser Bande zu fassen gesucht. Wir kannten sie, aber wir … fanden sie nicht. Jede Spur, die wir aufnahmen, verlief im Sande. Diese Piraten müssen glänzend organisiert gewesen sein, sind es noch. Wo die Millionen sich befinden – es handelte sich um zehn Millionen Pfund Sterling, zumeist in Goldbarren, zum Teil aber in hochwertigen Banknoten, konnten wir ebenfalls nicht herausbringen. Acht Mitglieder