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Page:Die leuchtende Eule.djvu/7

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[7] Gartentor her, und ein elegantes Auto, gesteuert von dem uns gut bekannten Chauffeur Jomak Beys, lockten uns alle an die Terrassenbrüstung. Der Kriminalchef, wie stets in tadellosem weißen Anzug ohne Abzeichen, nur mit dem landesüblichen Fes auf dem Kopf, sprang heraus und eilte die Stufen empor. Sein durchaus kaukasisches Gesicht, zu dem auch das Blondhaar so prächtig paßte (Jomak war eben ein Nachkömmling germanischer Eroberer, die vor langer Zeit sogar Nordafrika unterjocht hatten) verriet eine ungewöhnliche Erregung. Wir hatten uns vor kaum anderthalb Stunden am Kai von ihm verabschiedet. Was war inzwischen geschehen?!

Er begrüßte uns kurz. „Lieber Harst,“ sagte er in seinem fehlerfreien Englisch, „vor zehn Minuten ist auf dem Dachgarten des Hotel „Mogador“ der englische Oberst Mac Olden erschossen aufgefunden worden.“




2. Kapitel.
Auf dem Dachgarten.

Jomaks Aufregung war verständlich. Mac Olden, Oberst außer Dienst, diplomatischer Vertreter Englands hier in Casablanca, Junggeselle, sehr reich, etwas Sonderling, spielte in der Europäerkolonie mit die Hauptrolle, – ein sehr ruhiger, liebenswürdiger Gentleman, eifriger Sportler, kaum vierzig, bestechende Erscheinung. Sehnsucht aller Mütter mit ledigen Töchtern, Vollblutbrite, sehr klug, sehr belesen, sehr vorsichtig, jedes Wort abwägend … Den Eindruck hatte ich von ihm gestern abend im Klubhause empfangen, wohin er uns eingeladen hatte.

„… Begleiten Sie mich, Harst … Ich habe den Dachgarten absperren lassen, ich habe dort nichts angerührt …“