[36] dem Riesensack bolschewistischer Volksbeglückung spurlos verschwunden – wie ungezählte andere Vermögen.“
„Wie mag denn der Erbgraf Sildheim gerade auf Doktor Halden als den geeigneten Schurken gekommen sein?!“
„Ja – wenn ich das wüßte! – Ich habe die Fürstin Xenia seinerzeit sehr gut gekannt …“
„… Weil Sie selbst Russe sind, Matzka …“
„Entschuldigen Sie schon, Herr Harst, den Vorhang lüfte ich nicht. Was war, ist begraben. Nicht alles freilich, denn für vieles gibt es kein Vergessen …“
Finsternis um uns her.
Und jetzt war des Kollegen Stimme wie das zornige Fauchen eines stolzen Königstigers, den man aus den heimatlichen Dschungeln durch Feuer, List und Frechheit vertrieben hat …
„Nein, kein Vergessen, Herr Harst … Nur Schwächlinge winseln davon, daß die Rache unedel sei … Phrasen sind’s … – Lassen wir das … – Wir waren bei Xenia … Ich hatte sie jahrelang aus dem Auge verloren, hatte dann aber sofort, nachdem ich mir hier in Berlin eine neue Existenz gegründet, all meine Einnahmen dazu verwandt, sie zu suchen – auch jahrelang, ohne zu ahnen, daß ich nur drei Stunden Eisenbahnfahrt von ihr entfernt war. Meine Angestellten, von denen Sie ja die besten persönlich kennen und heute abend mit den Gasmasken wieder kennengelernt haben – leider! – meine Leute entdeckten schließlich Xenia Ussulow als Xenia Sildheim in Dresden. Aber – die Villa war leer, Xenia bereits hier in diesem sogenannten Sanatorium. In Dresden wurde in der Nachbarschaft der Villa Sildheim so allerlei gemunkelt … Und das machte mich hier vorsichtig. Ich schickte einen meiner Erprobtesten zu Halden als angeblich Kranken. Halden stellte angeblich eine schwere Herzneurose fest, die er durch Einspritzungen – angeblich – bessern wollte. Nach der ersten Spritze schon litt mein Vertrauter an Sehstörungen schlimmster Art, und weigerte sich, Halden sich nochmals in