[47] war schräg nach unten gerichtet, so daß die Füße des Körpers tiefer lagen und ich nach einiger Anstrengung auch das Gesicht erkennen konnte – überhaupt die ganze Gestalt: es war Ernst Mendels Leiche!
Nun schwanden auch die letzten Nebel …
Die Umgebung war dieselbe geblieben: der Bestrahlungsraum … Rechts von mir Harst, gefesselt, geknebelt, an den Rohrsessel gebunden wie ich … Rechts von Harst Arno Matzka …
Wir drei hatten die Partie verloren … Halden hatte uns überlistet. Mein Hirn prüfte die Vorgänge der letzten Minuten mit sachlicher Schärfe: die Zigaretten, die die beiden sich in den Mund gesteckt hatten, Halden und Manquier, waren nichts anderes als winzige „Gasmasken“ gewesen.
Halden beachtete uns nicht.
Er ging hin und her, holte allerlei Fläschchen, kochte eine kleine Injektionsspritze aus, – alles mit der Ruhe des Arztes, der an besondere Experimente gewöhnt ist.
Nun füllte er die gereinigte Spritze aus einem winzigen Fläschchen mit einer grünlichen Flüssigkeit, prüfte, ob in der Spritze sich keine Luftbläschen mehr befänden, und lehnte sich leicht am fahrbaren Operationstisch.
Sein Gesicht war die Maske des tadellosen Ehrenmannes – sein Ton mild und freundlich …
„Meine Herren, ich bedauere aufrichtig, daß Ihr Verhalten mich zwang, Ihnen den Beweis zu liefern, daß ich Leuten Ihrer Art gewachsen bin. Da die Situation hierdurch eine erhebliche Verschiebung zu unser beider Ungunsten erfahren hat: Sie sind in meiner Gewalt, und ich muß notwendig das Feld räumen, nachdem ich Ihnen einen letzten Beweis meiner mannigfachen Künste gegeben haben werde, – da also die Dinge jetzt ganz anders liegen, will ich der Wahrheit die Ehre geben: Ich habe in der Tat einige meiner Patienten zu wissenschaftlichen Zwecken insofern mißbraucht, als ich ihnen Gifte, von mir erfunden, in die Blutbahn spritzte, um die