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Page:Motoryacht.djvu/12

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[12] Harald war ehrlich und gab zu, daß die Motorradfahrt eine Übereilung gewesen. –

Um sieben Uhr langte aus Pooncarif von der dortigen Polizei eine Depesche an:

„Fünf Männer und eine blonde Dame haben hier Pferde gekauft und sind westwärts davongeritten. Fünf Beamte sofort nachgeschickt.“

Um neun Uhr abends verließ ein anderer Zug das Städtchen Nyngan gen Süden. Wir beide und Goddlepy saßen in einem Abteil erster Klasse. Der Abschied von Dolling war überaus herzlich gewesen.

Wir spürten die Folgen der Hetzjagd in allen Knochen. Wir hatten es uns im Abteil recht bequem gemacht. Der Zug ging bis Melbourne, und das war jetzt unser Ziel. Nahm Harald doch bestimmt an, die Verbrecher würden sich dorthin wenden. Goddlepy bezweifelte das. Ich machte mir darüber keine Gedanken. Ich war zu müde. –

Die Bahnstrecke von Nyngan läuft etwa bis Dubbo[Anm. 1] durch echt australische Steppe. Diese Gegend kultiviert zu nennen, ist immerhin etwas gewagt.

Noch gewagter war es von uns, so fest zu schlafen, wie wir – leider! – alle drei schliefen, selbst Harald.

Jedenfalls: vier Meilen vor Pooncarif kam die Bescherung, ein … Eisenbahnüberfall!

Und zwar ein Überfall, der einzig und allein uns dreien galt!

Ehe wir noch recht ahnten, was vor sich ging, standen vier Kerle in unserem Abteil, mit Lappen vor den Gesichtern, mit Revolvern und Stricken in den Händen.

Da gab es keinen Widerstand. Wir mußten uns fesseln lassen, wurden auf den Bahndamm hinausgestoßen. Unsere Koffer, die Dollings Auto mitgebracht hatte, flogen hinterher.

Der Zug fuhr ohne uns weiter.

  1. ↑ Eine Stadt im australischen Bundesstaat New South Wales. Siehe hierzu auf Wikipedia den Eintrag zu Dubbo.