[51] die an den Dielen befestigt waren, scharf zurechtgewiesen, hatte gemeint, wir müßten die Wünsche des Herrn der Insel unbedingt respektieren. Trotzdem war er mißmütig und schweigsam. Für einen Mann von seiner besonderen Vorliebe für alles Außergewöhnliche mußte es geradezu unerträglich sein, daß er das Eiland verlassen sollte, ohne sich davon überzeugt zu haben, ob seine Vermutungen über die Herkunft der Bewohner zuträfen. Er lehnte auch jedes Gespräch über diese Dinge ab und hatte nur beim Mittagessen unvermittelt in Goddlepys und meine Unterhaltung die Bemerkung eingestreut, was nun wohl aus Dollings Jacht und Helen Jones’ Banditen geworden sein mochte.
So saßen wir denn nun, während über der Schlucht der Himmel in feurigstem Abendrot erstrahlte, alle drei versonnen da, bis Harald urplötzlich leise rief:
„Duckt Euch – – kriecht in die Laube – – rasch!!“
Wir taten’s. Wir standen nun im Halbdunkel. Harst hatte uns bis in den Hintergrund gedrängt. Er selbst lugte näher dem Eingang zu mit erhobenem Kopf zum nördlichen Schluchtrand empor, winkte nun …
„Kommt – – seht! Aber Vorsicht!“
Ja – wir sahen – – staunten …
Da oben stand Helen Jones ohne Hut in weißem Kleide neben zwei ebenfalls weiß gekleideten Europäern …
Da oben – etwa fünfunddreißig Meter über uns …
In der Stille des nahenden Abends hörten wir die Verbrecherin übermütig lachen.
Dann schritten die drei weiter und verschwanden.
Harald wandte sich langsam um.
Eine jähe Veränderung war mit ihm vorgegangen. Seine Miene hatte sich aufgehellt. Seine Gesichtsmuskeln spielten.
„Nun – – dürfen wir’s!“ sagte er, und es klang wie Triumph, wie eine Drohung gleichzeitig.
„He – was dürfen wir?“ fragte der kleine Kollege verständnislos.