[58] Des Greises überlaute Stimme nun wie eine Posaune des Jüngsten Gerichts:
„Der Sekt ist vergiftet, Ihr Schurken!! Nicht einer von Euch wird mit dem Leben davonkommen!“ – –
Was soll ich hier noch Einzelheiten dieser ungeheuerlichen Tragödie wiedergeben?!
Jedenfalls: wir drangen in den Saal ein, schossen die Mulatten nieder, die den Greis hatten erwürgen wollen. Wir feuerten auf alle die, denen noch Kraft geblieben, zur Waffe zu greifen.
Wir stürmten, von einem der beiden Geheimnisvollen geführt, in die Küchenräume, wo zwei Neger die Köche überwachten. Wir holten aus den Kellern noch sieben Lebende heraus.
Am Morgen begruben wir die Toten in einem Massengrab. Die von den Banditen bei der Überumpelung der Insel erschossenen Sträflinge, alles zu Unrecht Verurteilte, wurden besonders bestattet. –
Monsieur Destorbier gab zu, daß die Leiche am Mastbaum der Jacht L’amour die eines Sträflingsaufsehers war, einer Bestie in Menschengestalt.
Also hatte Harald auch mit dieser Vermutung recht gehabt. –
Die Australia ankerte unversehrt in der Bucht der Insel. Die Besatzung fanden wir gefesselt und geknebelt im Kielraum, halb verhungert, halb verdurstet.
Und die Australia brachte uns dann nach weiteren zwei Tagen nach Melbourne zurück. In diesen zwei Tagen lernten wir das gütige, menschenfreundliche Herz Daniel Destorbier erst so recht kennen. –
In Melbourne haben wir nichts von unseren Erlebnissen irgend jemand mitgeteilt. Auch die Besatzung der Australia schwieg.
Und als dann vierzehn Tage drauf doch alles an den Tag kam, hatte Daniel Destorbier mit seinen Schützlingen längst eine andere Insel als Zufluchtstätte erreicht, wohin