[18] blassen Züge lebenswarmer schimmern. „Eine Imitation, Mr. Harst … Vielleicht hätte ich diesen Austausch des echten blauen Hooy gegen ein gefärbtes Stück Glas an einer mattsilbernen Kette nicht sofort bemerkt, wenn ich weniger Verständnis für Juwelen besäße. Ich war entsetzt, – ich eilte zu einem Juwelier, er bestätigte: Imitation! – Zu meinem Unglück habe ich nun noch aus früherer Zeit beträchtliche Schulden. Eine Schauspielerin, die auf Liebhaber verzichtet und ohne Vermögen ist, kann den Toilettenansprüchen der Bühne kaum genügen. Ich war zu stolz, Percy diese Schulden zu beichten. Wenn ich ihm nun den Diebstahl mitgeteilt hätte, würde er den Brief sofort Lady Elisabeth, seiner Mutter, gezeigt haben. Und diese weiß, daß harte Gläubiger mich bedrängen, sie würde Percy sicherlich voller Hohn erklärt haben, ich hätte den Stein verkauft, um meine Verbindlichkeiten heimlich aus der Welt zu schaffen. Sie kennen meine Ehe nicht, Mr. Harst: Lady Elisabeth Hooy ist maßlos stolz, ich habe sie noch nie gesehen und sie hat mich nie sehen wollen. – Möglich, daß meine Absicht, freiwillig aus dem Leben zu scheiden, Ihnen unbegründet erscheint. Ich kann Ihnen nicht alles anvertrauen, was ich durchlitten habe.“
Sie schwieg … Ihre Hand, die bisher im Schoße geruht hatte, schnellte hoch und ballte sich zur Faust. In ganz anderem Tone rief sie: „Oh – da ist er schon wieder, dieser ekelhafte Mensch ..!!“
Wir blickten zur Seite, und drüben auf dem breiten Bootsstege lehnte am Geländer Moritz Seligfeld und schien träumerisch in das Wasser hinabzustarren. Er hatte seinen Gummikragen an einen Bindfaden gebunden und den Kragen in die Flut getaucht, zog ihn jetzt empor, tauchte ihn wieder ein, – und so trieb er’s mehrere Male.
„Kragenwäsche ..!“ meinte Harald lächelnd. „Billig und praktisch … – Also Moritz Seligfeld schleicht Ihnen nach, Mylady?“