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RE:Pindedunni

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XX,2 (1950), Sp. 1699
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Pindedunni, Name einer kleinen gallischen Völkerschaft in Aquitanien, genannt nur bei Plin. n. h. IV 108 in seiner Liste der aquitanischen Stämme zwischen Garonne und den Pyrenäen (s. u. Bd. II A S. 1022); Var. Pinpedunni — so schreibt z. B. Detlefsen Die geogr. Bücher des Plin. 79 und bevorzugt Holder Altcelt. Sprachsch. II 1005 — und Pinpedumni. Sie werden von ihm infra saltum Pyrenaeum zwischen den Bercorcates (s. o. Bd. III S. 278) und den Lassuni (s. o. Bd. XII S. 889) aufgezählt. Die Reihenfolge bei Plinius ist anscheinend willkürlich. Daher können, zumal alle archäologischen und inschriftlichen Quellen versagen, die P. weder geographisch noch ethnographisch festgelegt werden.

Im Gegensatz zu Luchaire (De lingua aquitanica), der nach Desjardins Géogr. II 375f. den Namen zu den mit den Basken in Beziehung stehenden rechnet, ist für die ethnographische Frage wichtig der Hinweis Sieglins bei Hirschfeld Kl. Schr. 228, 1, daß im römischen Aquitanien, trotzdem die Iberer bereits führend waren, die Mehrzahl der Völkernamen uniberisch ist und mit dem Baskischen jenseits der Pyrenäen wenig Zusammenbang sich zeigt, daß sie vielmehr auf ligurisches Volkstum hinweisen, z. B. die Ableitungen auf -nn, zu denen auch der Name der P. gehört, andeuten, s. Holder a. O. Mit Recht warnt jedoch Weisgerber (20. Ber. d. Röm.-Germ. Komm. 1931, 214) vor allzu großem Vertrauen auf ligurische Leitsuffixe.

Wenn nun zur Deutung des Namens Jullian und andere auf die Verwandtschaft des Bestimmungswortes pinde in P. mit πέντε hinweisen, so ist zu sagen, daß für *pinto oder *pinde eine keltische Erkläning nicht möglich ist, außer wenn man an das von Weisgerber 186 erwähnte Schwanken von -nn zu -nd denkt, das dann mit *pinno — aus penno — ein passendes Etymon ergäbe (so Weisgerber brieflich). Anders ist es, wenn die Lesart Pinpe- dumni oder -dunni die ursprüngliche wäre. Dann könnte man im ersten Bestandteil des Wortes die nun durch die Graffiti von La Graufensenque bekannt gewordene Kardinalzahl pempe (pinpe) erkennen (Thurneysen Ztschr. f. celt. Phil. 1927, 299f. Weisgerber 182. 207 mit Literaturang. 220). P. würde sich dann einreihen in die bekannten Beispiele gallischer mit Zahlen gebildeter Völkernamen, wie Tricorii, Tricasses oder Petrucorii; über diese Kardinalzahl-Bildungen s. Norden Altgermanien 161ff. 165, der jedoch die P. bei der ,Fünfzahl' nicht nennt. Freilich ist kelt. -dumno- ein häufiger Bestandteil von Namen, jedoch vor allem von Personen, nicht von Völkern, wofür Holder I 1993 nur zweifelnd die Gei-dumni (Caes. bell. Gall. V 39) außer unseren P. heranziehen kann. So ist die Namensableitung in diesem aquitanischen Gebiet ungeklärt.


[P. Goessler.]