[4] Kunde als Allerneuestes weiterverbreiten konnten. Mathilde ist gewiß eine Perle, aber Perlen im Alter von etwa sechzig pflegen nicht mehr ganz dicht zu halten. Wir merkten dies, als wir gegen acht heimkehrten. Vier Leute sprachen uns an, und Frau Harst konnte nur bestätigen, daß ihr großer Junge tatsächlich einige Tage in der Klinik bleiben müsse.
Nach dem Abendessen, das sehr still verlief, fragte ich nochmals telephonisch an, ob etwa Fieber eingetreten sei. Die Schwester beruhigte mich: Keine Spur, – mein Freund würde bei Diät und Ruhe sicherlich um eine Operation herumkommen. – Dies zerstreute unsere Sorgen ein wenig, und der späte Gast, der sich gegen neun Uhr durch Mathilde melden ließ, wurde höflich und zuvorkommend wie stets empfangen. – Auf der eleganten Besuchskarte las ich:
Legationssekretär,
Venedig,
Pragazza-Palast.
z. Z. Berlin-Dahlem,
Parkstraße 99.
Der Marchese, ein jüngerer Herr mit melancholischen Augen und vorbildlich sitzendem Abendanzug, entschuldigte sich in mäßigem Deutsch der späten Störung wegen. – Daß Harst nicht anwesend, enttäuschte ihn schwer, – ich als Ersatz genügte ihm nicht recht. – Sehr schmeichelhaft für mich.
„Sie haben es sicherlich in den Zeitungen gelesen, Herr Schraut, daß Miß Jane Malling, der Star der Hollywood-Grandsteaple-Filmkompagnie, vor fünf Tagen samt einigen anderen Filmleuten von griechischen Banditen in die Berge verschleppt worden ist und daß der bekannte Räuber Arbulos Ahlenzos ein Lösegeld von