[5] einer Million Dollar, zahlbar innerhalb vierzehn Tagen, gefordert hat?“
„Gewiß, Herr Marchese … Wir lasen es. Harst meinte, es sei eine vorzügliche Reklame,“ erwiderte ich gemessen. Emanuel Pragazza hatte denn doch zu deutlich erkennen lassen, daß ich für ihn als Autorität in speziellen Fällen nicht viel galt. Ich bin nicht empfindlich, aber der Marchese schien mich mehr als besoldeten Sekretär (was ich längst nicht mehr bin) zu betrachten. Ohne direkt hochfahrend zu sein, behandelte er mich doch mit einer gewissen verletzenden Herablassung.
Er streifte langsam die Handschuhe von seinen schmalen Händen. „Ihr Freund befindet sich in einem recht bedauerlichen Irrtum, Herr Schraut,“ erklärte er plötzlich etwas schärferen Tones. Ihm schien Harsts Annahme eines Reklametricks arg zu mißfallen. „Ich habe absolut sichere Nachricht erhalten, daß die Verschleppung der sechs Mitglieder der Filmexpedition Tatsache ist, daß der berüchtigte Bandit nie umsonst droht, seine Gefangenen für immer verschwinden zu lassen, falls das Lösegeld nicht prompt bezahlt wird oder die Polizei sich einmischt, und daß in diesem Falle dieser Unmensch einen der Eseltreiber bereits als Warnung an einen Baum einer Wegekreuzung aufgeknüpft hat. Dieser Ärmste, selbst ein Grieche und nur für die Expedition gemietet, war der sechste Gefangene. Von einem abgenutzten Reklamekniff kann nicht die Rede sein. Mich selbst geht die Sache insofern sehr viel an, als ich mit Jane Malling verheiratet bin, was der Presse zum Glück nicht bekannt ist. Nur wenige Vertraute wissen darum. Wir heirateten hier in Berlin im März dieses Jahres, als die Hollywoodleute sich auf der Durchreise nach Griechenland befanden und sich hier vierzehn Tage aufhielten. Ich lernte Jane gleich am ersten Tage im Teeraum des Esplanade-Hotels kennen, ihre Schönheit berauschte mich, ihr Charme