[19] Und auf seiner Hand saß jetzt die Eule …
„Treten Sie ein, Herr Pachnitzki,“ meinte Harald freundlich …
Der Alte zögerte …
„Bitte – nur herein!“ wiederholte Harst. „Sie hätten auf die knarrende Diele achten sollen … Schon als Sie die Eule oben auf den Helm setzten, hörte ich Sie … – Bitte …!“
Pachnitzki kam herein, und Harald schloß die Tür …
Bevor Harst jedoch den Schloßverwalter das fragen konnte, was er vermutete, richtete sich der alte Mann urplötzlich kerzengerade auf, wurde leichenblaß, stierte auf die offene Verbindungstür zum Nebenzimmer und … brach mit einem gurgelnden Schrei zusammen …
Ich konnte ihn noch eben auffangen … Und hatte doch noch Zeit gefunden, mich umzuschauen … Und da war es mir, als sähe ich aus dem Türrahmen ein graues Etwas blitzschnell verschwinden – etwas wie eine weibliche Gestalt …
So hielt ich denn nun Pachnitzki in den Armen … Und Harst war abermals mit zwei langen Sätzen, sich rasch herumwerfend, auf die offene Verbindungstür zugestürmt und im Dunkel des Nebengemaches untergetaucht.
Ich legte Pachnitzki auf das Sofa …
Fühlte ihm nach dem Puls … Holte Schnee vom Fensterkopf und rieb ihm die Stirn, das Herz, bis er wieder zu sich kam … Darüber mochten drei Minuten vergangen sein …
Als er die Augen aufschlug, nickte ich ihm nur zu und folgte schleunigst Harald, der sich nebenan merkwürdig ruhig verhielt.
Im Nebenzimmer Finsternis …
Meiner Taschenlampe greller Lichtfinger schob die dunklen Vorhänge beiseite …
Und … da lag mein Freund quer über seinem Bett auf dem Rücken …