[18] Er drückte die Tür wieder zu und zündete die Petroleumlampe an. Den bräunlichen Zettel hatte er auf den Tisch gelegt. Ich sah, daß es offenbar ein Stück gewöhnliche Packleinwand war, nur notdürftig viereckig beschnitten …
Und auf diesem Wisch?!
Ich glaube kaum, daß der Leser auch nur im entferntesten ahnt, was dieser Zettel enthielt. Jedenfalls keine Warnung, keine Drohung. Eigentlich war er überhaupt nicht beschrieben. Denn unter Schrift versteht man doch für gewöhnlich Tinten- oder Bleistiftschrift.
Hier aber waren die Buchstaben nur mit einem halbscharfen Griffel oder dergleichen eingedrückt, freilich sehr deutlich.
Und diese Worte lauteten:
„Mir geht es gut, Joseph, und ich freue mich auf das Wiedersehen mit Dir. Denn es gibt ein Wiedersehen hier im Jenseits für alle die, die an Gott glauben. – Deine Dich liebende … Anna.“
Als Harald dies gelesen hatte, und als ich ihn nun fragend von der Seite anschaute, da veränderte sich sein Gesichtsausdruck ganz allmählich auf recht merkwürdige Weise …
Und mit einem Male pfiff er leise durch die Zähne, sagte:
„So … so …!! Das paßt zu Anna Bother, dem Medium. Und die Eule hat diesen Zettel offenbar nur gestohlen oder er ist ihr sonstwie samt dem Faden um den Hals geraten. Eine Botschaft für uns ist es nicht, sondern …“
Und – da schwieg er, lauschte, war mit einem Satz wieder an der Flurtür und riß sie auf …
Draußen … stand Joseph Pachnitzki, der alte Schloßverwalter, das Original …