[28] eine als Pantoffelflickschuster, der andere als Wachsmodelleur – – ?!
Jetzt – – lächelte ich zweifelnd … –
Harald beachtete das nicht.
„Die Polizei wird Brückengang 6 wohl bereits verlassen und die Leiche weggeschafft haben,“ sagte er und stand auf. „Immerhin kann ich noch eine halbe Stunde Günters bekanntes Werk über Alt-Berlin studieren.“
Er ging ins Nebenzimmer, in die Bibliothek.
Gleich darauf ertönten von dort ganz leise die Saiten des Bechsteinflügels.
Harst spielte … Harst, der Künstler.
Ich kannte das. Wenn er besonders scharf nachdenken wollte, mußte ihn die Klangfülle seiner Improvisationen umrauschen.
Ich schlich bis an die Türvorhänge.
Da saß er. Nur die längliche Klavierlampe über dem Notenhalter brannte. Und auf diesem Notenhalter stand ein dickes Buch, in dem er zuweilen rasch eine Seite umschlug.
Ich ging ganz leise hinein und setzte mich ganz leise in einen Sessel.
Harst hatte seit langem nicht gespielt. Und ich hörte ihm so gern zu.
Das war Harald Harst, der Künstler, der Detektiv, der Unbegreifliche … Das war unser Leben, unser schönes, abenteuerliches Leben.
Harst spielte, improvisierte. Harst – – spielte mit den Schicksalen anderer, unserer Gegner, der Leute, die dem bürgerlichen Frieden den Krieg erklärt hatten. –
Weshalb las er in Friedrich Günters „Alt-Berlin“, in dem Spezialwerk eines Baurats über Alt-Berliner Bauten …?!