[4] Aufträge annehmen, mochte selbst der Maharadscha von Haidarabad, oder besser Seine Hoheit der Nizam, ihn mit einer Untersuchung eines „Falles“ beehren.
Allerdings – derartigen halben Schwüren Haralds ist nie recht zu trauen. Nie! Kommt dann jemand und trägt ihm eine Geschichte vor, die einige Überraschungen verspricht, so hat er seine selbstgewährten Ferien zumeist schnell gestrichen! –
Das Wetter in diesen Tagen war scheußlich. Der Winter wußte nicht so recht, ob er sich schon verabschieden oder nochmals die Berliner Straßen mit Schnee bedecken sollte, der ja leider infolge der Salzstreuung der Straßenbahnen gewöhnlich recht rasch zu einem lieblichen gelbgrauen Brei wird, vor dem kein Schuhwerk schützt.
So vergingen also wirklich drei Tage völligen Nichtstuns. Wir erholten uns nach Kräften. Ich nahm unheimlich an Gewicht und Umfang zu. – Am dritten Abend saßen wir in Haralds Arbeitszimmer und studierten die Zeitungen. Harst gähnte – gähnte in einemfort, reckte sich, warf halb aufgerauchte Zigaretten in die Aschenschale und benahm sich ganz so wie jemand, der sich sträflich langweilt.
Ich bekam es mit der Angst, denn – diese Anzeichen kenne ich! Ich wußte: er hatte die Ferien satt! Seine wieder ausgeruhten Nerven sehnten sich nach unserer Art von Morphium oder Kokain: nach hetzendem, wildem Erleben, nach Geistesarbeit, nach dunklen Zusammenhängen, in die nur sein Genie Licht bringen konnte. –
Ich hörte die treue alte Köchin Mathilde heimkehren. Sie schmetterte die Haustür offenbar wütend ins Schloß, stampfte den Flur entlang und verließ nach einiger Zeit abermals das Haus, kehrte wieder zurück, klopfte bei uns an und trat mit einem Scheuerlappen bewaffnet ein. Der Lappen tropfte. Die Tropfen fielen auf den roten Afghanteppich. Und Mathilde knurrte:
„Da schmiert uns jetzt jemand immer die Zaunlatten neben der Pforte mit so ne Kullers (sie meinte Kreise) mit