[55] Krause bewies in den folgenden Tagen, daß er ganz gut schauspielern konnte. Er ließ sich dem Herrn Herzog gegenüber nichts anmerken, und seine Gattin ebensowenig.
Als die Jacht dann den Indischen Ozean erreicht hatte, hielt uns ein kleiner Maschinenschaden zwei Tage inmitten des endlosen Meeres auf. Barring war jetzt sehr nervös. Er ging viel auf Deck allein hin und her und schien angestrengt nachzugrübeln.
Und abermals vier Tage später kam nachmittags Land in Sicht. Barring behauptete beim Abendessen, es sei die Westküste von Vorderindien. Das war Schwindel: wir nahten uns der Insel Sumatra, dem – – Sultanat Padagoa! –
An dieser Stelle möchte ich ein paar ganz kurze kolonialpolitische Bemerkungen einflechten. – Sumatra[Anm. 1] ist bekanntlich holländischer Kolonialbesitz. Die Unterwerfung der einheimischen Fürsten hat vielfach große Schwierigkeiten gemacht. Besonders die Atschinesen[Anm. 2] kämpften jahrelang um ihre Freiheit. Dagegen ordneten sich die Batta-Völker den europäischen Eindringlingen meist freiwillig unter. Teile der Batta bewohnen auch die felsige Nordwestküste. Den Fürsten hat man eine Scheinselbständigkeit belassen. Sie nennen sich zumeist Sultan, und die Holländer haben bei der großen Ausdehnung der Insel an einigen entlegenen Sultanaten so wenig Interesse, daß sie an diesen Fürstenhöfen nicht einmal Staatskommissare, also Aufpasser, halten. – –
An demselben Abend noch fuhr die Jacht vorsichtig in die sogenannte Padagoa-Bucht ein, die sich sehr bald zu einem ungeheuren Binnensee erweitert, dessen stille, von Bergen gegen Stürme völlig geschützte Oberfläche durch zahllose kleine Felseninseln angenehm belebt wird. Bei mildem Mondschein glitt die Jacht in dieses Inselreich hinein und warf schließlich mit völlig abgeblendeten Lichtern in einem versteckten Winkel der Südküste der Bucht Anker. Dies geschah