[56] um ein Uhr, als an Bord alles bereits zu schlafen schien.
Ich – – schlief nicht. Durch das kleine Kabinenfenster beobachtete ich genau die Umgebung und die Ankermanöver. Das Fenster war offen. Mit einem Male schwebte von oben ein an einem Bindfaden befestigter Zettel herab. Ich faßte zu, ruckte dreimal an dem Bindfaden und zog ihn dann ein. – Der Zettel lautete:
„Heute sollte ich in die große Null aufgenommen werden. Ich spielte jedoch den vollständig Betrunkenen. – Warte am Fenster. Weiteres folgt. – H. – Verbrennen!!“
Eine halbe Stunde später verschwand der Mond …
Leichtes Gewölk verhüllte auch den Sternenhimmel.
Ich stand im Dunklen an dem kleinen Fenster. An Deck war es still geworden.
Ich stand und schaute auf die matt glänzenden Wasser hinab, in deren Tiefen Leuchtfische zuweilen wie rasch sich bewegende seltsame Laternen hin und her schossen …
Und – ich sah plötzlich etwas Dunkles auf der Oberfläche der Bucht – etwas, das nur zu sehr dem Kopfe eines Menschen glich …
Ich sah einen zweiten – dritten Kopf …
Eine ganze Anzahl …
Es waren Eingeborene, die der Jacht sich schwimmend näherten …
Und quer über all diese Köpfe zog sich ein zuweilen aufblitzender hellerer Strich: Messer, die die Schwimmer zwischen den Zähnen hielten … –
Dann legte sich eine Hand mit leisem Druck auf meine Schulter: Harst!
Er flüsterte rasch: „Die ganze Bande hält in der großen Kajüte Kriegsrat. An Deck sind nur zwei Wachen. Ich habe Krause geweckt. Er holt seine Freunde und die Damen hierher. Der – – Tanz geht los!“
„Sahst Du die Schwimmer?“ fragte ich ebenso hastig.