[58] Harst ließ den Mann nicht erst zu Worte kommen.
„Wir gehören nicht mit zu jenen Leuten, die dort soeben überwältigt wurden,“ erklärte er in englischer Sprache.
Der europäisch gekleidete Batta erwiderte höflich:
„Das wissen wir. Sind Sie Harald Harst, Master?“
„Ja …“
„Dann läßt der Sultan von Padagoa Sie und Ihre Freunde einladen, morgen vormittag seine Gäste zu sein. – Wir sind über alles unterrichtet, was hier an Bord geschieht. Sie können die Nacht hier in voller Sicherheit zubringen. Die Spuren des Kampfes werden beseitigt werden. Bleiben Sie bitte noch eine halbe Stunde hier beisammen.“
Der braune Gentleman verbeugte sich und schloß die Tür wieder.
Die Damen erholten sich allmählich von dem nervenzermürbenden Schreck dieses jähen Angriffs auf die Jacht.
Eine halbe Stunde später begaben sich Harst, Krause und ich erst in die große Kajüte, dann auf Deck. Wir fanden hier vier Batta-Krieger vor, die als Wachen zurückgeblieben waren.
Barring und die Seinen hatte man in Kähnen an Land geschafft. –
An Schlaf war natürlich für uns nicht zu denken. Wir erwarteten in der großen Kajüte den nahenden Morgen.
Allerlei Vermutungen wurden laut, was der Sultan von Padagoa mit Barring und den Verbrechern wohl beginnen würde und weshalb er sie gefangen genommen, uns aber mit so großer Rücksicht behandelt hatte.
Ich beteiligte mich an dieser Unterhaltung recht lebhaft. Harald dagegen saß mit sphinxhaft-undurchdringlichem Gesicht da und schien in seinem Sessel eingenickt zu sein. Plötzlich erklärte er dann, sich etwas aufrichtend:
„Der Sultan von Padagoa ist einst Europäer gewesen.“