[59] Diese Mitteilung wirkte sehr verschieden auf die Hörer.
Gustav Krause meinte nur: „Na also – ein Schentelmähn!“
Die Damen riefen: „Ach, wie interessant!“
Und ich – ich blickte Harst nur forschend an.
Er erhob sich, lächelte etwas: „Da uns bisher der Hals nicht abgeschnitten worden ist, wollen wir noch ein paar Stunden schlafen. Der Morgen graut. Gute Nacht.“
Eine Verbeugung, und er ging hinaus. – Ich fand ihn gleich darauf in meiner Kabine, wo er sich eine Hängematte ausgespannt hatte und bereits friedlich da oben zu schlummern schien.
Ich legte mich gleichfalls nieder, schlief ein. – –
Um elf Uhr vormittags näherten sich der Jacht fünf flache, große, mit Blumen reich geschmückte Boote, die uns feierlich abholten.
Derselbe englisch sprechende Batta, der jetzt eine Art Uniform nach europäischem Schnitt trug, fuhr dann voran. Die übrigen Boote folgten.
Harald und ich saßen allein in einem der leichten Fahrzeuge, die durch je zwölf halbnackte Ruderer pfeilschnell vorwärtsbewegt wurden. –
In dem steilen Felsenufer des weiten Lagunensees öffnete sich nach Norden zu eine Art Kanal, der in einen zweiten See führte. Hier lag am Ostufer die Stadt Padagoa, zumeist aus Bambushütten bestehend, und jenseits auf einem steilen Berge die aus Granit aufgeführte Sultansburg, ein Bau von phantastischem Geschmack, trotzdem imposant und wuchtig. –
Leichte Rikschas, von je zwei Rikschakulis gezogen, brachten uns durch die Straßen der Stadt zum Schlosse empor.
Jetzt erst erklärte Harald genau so unvermittelt wie stets: „Ich habe mich, was Wogitschs Tod betrifft, sehr geirrt. Rehbein ist niemals der Mörder. Wir werden den