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Page:Die leuchtende Eule.djvu/2

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[2] Lieben über den rauschenden Atlantik nordwärts gen Tanger. Zacharias und Anni blieben bei uns, wir winkten vom Kai den Scheidenden nach und fuhren dann wieder zur Villa Rapsom zurück.

Mitten in einer kleinen, grünen Oase von Palmen und Büschen lag der gelbe Ziegelbau des Rapsom-Hauses, Front nach der See, mit großer überdachter Terrasse, gepflegtem Garten, hoher Steinmauer und einer Fülle einheimischer Bäume und Büsche. Die neue Dienerschaft, die Jomal für uns besorgt hatte, waren zumeist würdige Araber, der Koch ein Chinese, der Gärtner ein Mischling von ziemlich heller Haut und straffem Haar.

Von der Terrasse konnte man eine Motorjacht beobachten, die unweit des Strandes Lotungen anstellte. Es mußte ein Regierungsfahrzeug sein.

Anni lag in einem Liegestuhl und blätterte in einer englischen Zeitung. Zacharias, hager wie ein Stockfisch und mit dauernd ruhelosen Augen, hatte ein Fernglas in Händen und stand an der Brüstung. Harst schrieb am Tische mit Füllfeder einen Brief an seine Mutter. Als er jetzt Anni etwas fragte, machte die Goldfeder nicht die geringste Pause.

„Annichen, – mal ehrlich, Kind, – Sie haben etwas auf dem Herzen, nicht wahr?“

Zunächst erfolgte keine Antwort. Vater Zacharias hatte sich langsam umgedreht. Sein mageres Gesicht mit den scharfen Schauspielerzügen (die Tätigkeit bei der Detektei „Globus“ hatte dem Polizeisekretär a. D. alles Bürokratische genommen) verriet Überraschung. „Ich wüßte nicht, was Anni auf dem Herzen haben sollte,“ sagte er bedächtig. „Obwohl mir auf der Herfahrt von Tanger auf dem Dampfer einiges auffiel. – Weshalb ließest du dir eigentlich von Herrn Schraut den Bohrer geben, Kind?!“