[3] „Vater, mit einem Bohrer, Durchmesser 0,5, kann man spionieren – durch ein Loch. Ich habe Herrn Schraut zwar erklärt, ich wollte nur einen Gummiabsatz an .meinem Schuh erneuern – und so weiter, aber das war Schwindel …“
„Die Eule?!“ warf Harald ein und schrieb weiter.
„Eule?!” – Ich hatte hier im Garten allerdings Eulen bemerkt, da ganz hinten an der Mauer die Überbleibsel eines maurischen uralten Häuschens verborgen waren und allerlei Viehzeug Unterschlupf gewährten. Aber diese Eulen konnten doch mit dem Entleihen des Bohrers an Bord des Dampfers Sultana nichts zu tun haben.
Jetzt sank die Zeitung. Anni hatte über der Nase drei senkrechte Falten, und ihre Miene verriet den gleichen gedankenschweren Ernst.
„Ich dachte mir, daß Miß Morfax Ihr Interesse erregt hätte, Herr Harst,“ sagte sie sehr bedächtig.
Harst nahm einen neuen Briefbogen in Angriff.
„Es war eine Porzellaneule mit Glasaugen,“ erklärte er, und die Feder flog …
Zacharias schaute mich verdutzt an. „Herr Schraut, Anni und Harst scheinen da Eigentümliches auf der Sultana beobachtet zu haben.“
Jetzt war ich im Bilde.
Die grauhaarige Miß Elsa Morfax, ein Ekel von Frauenzimmer, aufgeblasen und hochmütig, hatte die Kabine neben der Annis gehabt, mit Fenster auf den Promenadengang des Mitteldecks hinaus. Dieses Fenster stand selbst abends offen, und zuweilen hatte ich diese Vertreterin der Londoner Times beim Schreiben beobachten können. Auf ihrem Klapptisch, auf der festen Wandleiste, hatte ich einen jener Rauchverzehrer und Luftverbesserer bemerkt, die in recht geschmackvollen Tierformen in den Handel kommen. Der Fuß dieser Porzellangehäuse