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Page:Die leuchtende Eule.djvu/44

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[44] in Kreisen von Durchschnittsintelligenz ist, sondern daß sogar in Lehrbüchern für Schulen sich bedauerlicher Unsinn über fremde Länder findet, habe ich bereits erwähnt.

Goldküste?! – – Allgemeines Achselzucken … Vielleicht brüstet sich dann irgendein Jemand mit der halb verschollenen Schulweisheit, daß der Große Kurfürst an der Goldküste Handelsniederlassungen schuf, Friedrichsburg, Accada, Taccanary, die dann leider an Holland verkauft wurden. Gespräche über Kolonialbestrebungen sind unbeliebt geworden. Das große, brutale Hackmesser von Versailles, dem man aus Nützlichkeitsgründen keinen ehernen Schild entgegenhielt, hat Deutschland auch die blühenden Kolonien wegrasiert, darunter Togo, das östliche Nachbargebiet der Goldküste.

Goldküste[Anm. 1], ein enorm reiches Land, – natürlich englische Kolonie. Accra, vor zwanzig Jahren ein Hafenort von 17 000 Einwohnern, – heute sind’s dreißigtausend etwa, heute residiert der englische Gouverneur in dem benachbarten Christiansborg, das ebensogut ein eleganter Villenvorort Londons sein könnte.

Die sumpfige Fieberküste, die einst ganz unzulänglichen Hafenanlagen, – in zwanzig Jahren hat sich alles vollkommen verändert. Früher war der Küstenstrich für den Europäer geradezu verderblich, heute kommen Malaria und Sumpffieber dort nicht häufiger vor als in anderen heißen Ländern.

Hat man ein einziges Mal in Accra die Auffahrt elegantester Autos vor dem Haus des Native Klub miterlebt, hat man ein einziges Mal den fabelhaften Luxus angestaunt, mit dem die schwarzen Handelsherrn in Accra sich umgeben, – bestaunte man ein einziges Mal das Stutzertum der eingeborenen Rechtsanwälte, die am Vormittag in Talar und weißer Perücke ihre Termine wahrnehmen, dann geht einem das richtige Verständnis

  1. ↑ Die ehemalige britische Kolonie Goldküste ist heute Teil von Ghana.