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Page:Doktor Haldens Patient.djvu/30

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[30] aufwies. Wie sollte Nussra wohl bereits ahnen, daß dieses Scheusal von Halden mit allem Raffinement ihn in Verdacht zu bringen suchte, und daß Tussi Becker bei uns gewesen und denselben Argwohn geschürt habe?! – Zu weiterem Kopfzerbrechen hierüber hatte ich auch keine Zeit mehr, denn nachdem wir kaum ein paar Minuten das völlig in Dunkelheit gehüllte Sanatorium beobachtet hatten, gab Harald mir einen Wink und flüsterte hastig: „Vorwärts – – aber Vorsicht!“ – Und dann in strömendem Regen über die einsame Straße hinweg … Harst baut sich als Leiter an die Mauer auf. Die Mauer ist hoch. Ich sitze oben, ziehe ihn empor, – wir stehen im Vorgarten, wir horchen – – huschen weiter … An beiden Giebelseiten des schmucklosen Baues befinden sich eiserne Rettungsleitern – wie an der Rückfront von Theatern. Sehr bequem sind diese Leitern für die Herrn Einbrecher. Aber Sanatorien meiden diese Leute. Dort gibt’s nicht viel zu stehlen. So kommen wir denn in aller Bequemlichkeit auf das flache Pappdach, finden hier vier Bodenfenster …

Wir sind wir. Wenn wir mal beruflich uns umstellen und zum Gaunerhandwerk übergehen würden, könnte die Welt was erleben. Vorläufig ist kein Grund dazu vorhanden. Gewiß – stehlen wollen wir in dieser Nacht, doch solch ein Diebstahl rechnet ja nicht mit. – Die Bodenfenster mit Eisenrahmen und kleinen Scheiben aus unzerbrechlichem Patentglas können uns nicht imponieren. Harst befühlt sie alle vier und sagt beim vierten überrascht: „Schau an, hier ist bereits ein Fachmann an der Arbeit gewesen … Hier ist ein Loch mit einem Stahlbohrer in den Rahmen gebohrt und wieder verkittet worden. Der Kitt ist frisch … – Gib mir mal das Stück Draht, mein Alter …“ – Gleich darauf ist die Fensterstütze, die gleichzeitig als Verschluß dient, aus dem Zapfen geschoben. Wir kriechen hinab – unsere Taschenlampen leuchten – – und unser Patentdietrich öffnet uns die eiserne Bodentür. Dann stehen wir im matt erleuchteten