This is an archive copy of wikilivres.ca as of 18 February 2017 (from the WikiTeam dump). The original site is closed.

Page:Doktor Haldens Patient.djvu/31

Free texts and images.
Jump to navigation Jump to search
This page has been validated

[31] leeren Flur des dritten Stockwerks vor der Tür des Zimmers Ernst Mendels …

Der Schlüssel steckt …

Merkwürdig ..!

Harst winkt wieder, holt die kleine Neunschüssige hervor.

Und öffnet … Auch die innere Tür nicht mal verriegelt.

Merkwürdig ..!

Wir treten ein …

Dünne Lichtstrahlen gleiten über das Bett – erlöschen.

Mendel haben sie uns gezeigt, – Ernst Mendel als Leiche aufgebahrt, mit gefalteten Händen, in einem hochgeschlossenen Totenhemd …

Wieder gleiten die Lichtfäden still wie eilende Glühkäfer über das Bett …

Kein Zweifel, Mendel ist tot.

Harst beugt sich über die Leiche … fühlt den Puls …

„Tot!“

Und wie er das flüstert, ist wieder in seiner Stimme der drohende, harte Klang …

Wieder schaltet er seine Taschenlampe aus …

Drückende Finsternis … Lastende Stille … Nur draußen der Regen … Regen … Regen … Eine einförmige, trostlose Melodie …

„Tot,“ wiederholt er[1]. „Wir sind zu spät gekommen … Für Mendel zu spät … Nicht für die Gräfin, hoffe ich … Mielke haben wir in Sicherheit gebracht … Tun wir das gleiche mit dieser Frau, die nur … sich selbst sieht und vielleicht denselben Weg wie Mendel gehen sollte. Ihr Zimmer liegt eine Treppe tiefer, genau unter diesem … Vorwärts!“

Im Hause rührt sich nichts.

Wir steigen die Treppe hinab. Überall in den Fluren dasselbe matte Licht – eine milde Dämmerung.

Wir stehen vor der weißlackierten Tür … Der Patentdietrich knabbert im Schloß …

Auf …

  1. ↑ er ergänzt