[49] Gewalt zu haben, den ich haßte, – – falls dieser Ausdruck meine Empfindungen gegenüber Mendel zu erschöpfen vermag …“
Wie er das so mit seiner fraglos angenehmen Stimme hinsprach, als handele es sich um eine gleichgültige Nichtigkeit, beschlich mich wiederum dasselbe Grauen, das ich in diesem verfl… Hause schon mehrfach empfunden hatte. Jetzt wußte ich mit Bestimmtheit: von diesem Ungeheuer in Menschengestalt ging ein unmerkliches Fluidum aus, das man erst spürte, wenn man ihn näher kannte, ein Fluidum wie ein Pesthauch …
„Was mit Mendel schließlich geschehen, meine Herren …“ – o, wenn dieser Satan wenigstens einmal den schleimigen Tonfall geändert hätte!! – „das sehen Sie hier vor sich … Mendel hat eine zweite Spritze reinen Haldins bekommen und ist … scheinbar tot – – scheinbar … Sein Ableben habe ich bereits der Polizei gemeldet. Der Totenschein ist in Ordnung, und nach drei Tagen wird Mendel eingeäschert werden – – lebendig-tot, wie er hier vor uns liegt, wie er hier jedes Wort hört, das ich spreche, und, wenn ich ihm die Lider hebe, auch alles sehen kann. Er weiß also, was ihm droht: das Ende im Ofen des Krematoriums. Er weiß es, und er wird alle Höllenqualen der Angst durchmachen, bevor die Hitze ihn vollends tötet. – Sie könnten nun zweifeln, daß Mendel nur … scheintot ist, meine Herren, daß ich Ihnen vielleicht nur grauenvolle Dinge erzähle, die lediglich in meiner Phantasie geboren sind. Ich will Ihnen beweisen, daß Mendel noch lebt. Hier in dieser Injektionsspritze befindet sich das Gegengift gegen mein Haldin. Geben Sie acht …“
Er beugte sich über den armen Chemiker, stieß ihm die nadelfeine Spitze in den linken Unterarm und preßte das Gegengift in die Blutbahn, zog die leere Spritze wieder heraus und … lächelte uns an …
„Es dauert nur drei bis vier Minuten,“ sagte er … „Dann tritt die Wirkung ein, die freilich nur vorübergehend