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Page:Doktor Haldens Patient.djvu/60

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[60] Herr Harst. Es erschien mir ratsam, stets einen Vertrauten bei der Hand zu haben …“

„Und dann schloß Mendel auch den Versicherungsvertrag mit der Viktoria ab …“

„Ja … Wir waren als … Verbrecher auf den Geschmack gekommen … Die Geldgier war an Stelle der Spielwut getreten. Wir wollten Geld zusammenscharren, woher wir es nur irgend bekämen. Ich entließ meine wirklich kranken Patienten, damit die Zimmer für andere Zwecke frei würden. Ich gewährte Verbrechern Unterkunft, ich nahm junge Damen auf, die guten Grund hatten, für neun Monate zu verschwinden … Ich sank immer tiefer. Mein Sanatorium wurde ein Verbrechernest, das Geld floß mir in Unsummen zu, floß zumeist weiter in den Rachen des Moloch Spiel. Auch der Spielteufel war wieder erwacht … Gewinnen wollten wir, Mendel und ich, um jeden Preis … So wurde Mendel in Aristide Manquier verwandelt, den ich angeblich gar nicht kannte … Und mit Aristide Manquier zusammen korrigierten wir das Glück nach Kräften … Aber auch das genügte uns nicht. Wir empfanden eine dämonische Freude bei dem Gedanken, äußerlich die tadellosen Ehrenmänner zu sein und in Wahrheit die größten Schurken! Eine neue Etappe begann … Der Fall Mielke-Becker …“

„Eine … Erbschaftssache …,“ warf Harald ein.

„Ganz recht.“

„Und der Tischler Mielke ist irgendwie mit der Sanitätsrätin verwandt …“

„Ja – ganz entfernt. Frau Becker ist eine geborene Mielke …“

„Und es wurden Erben eines Mielke in den Zeitungen gesucht …“

„Eines dreifachen Millionärs, eines ausgewanderten Deutschen Herrmann Mielke, Junggeselle, zuletzt Chikago wohnhaft … – Diese Anzeige las Mendel zufällig. Er wußte, daß Frau Becker eine geborene Mielke war und auch aus