den Kiemenbeinen von Limulus entsprechen. In seinen zwei ersten Arbeiten hatte er nicht mit Genauigkeit verfolgen können, was aus der embryonalen Extremität bei den erwachsenen Tieren wird, und schloss sich in den theoretischen Vorstellungen darüber zuerst an Lankester 1885, dann an MacLeod 1884 an. In der Arbeit von 1894 hat er in Übereinstimmung mit Simmons darauf hingewiesen, dass die Lungenblätter auch bei den Pedipalpen auf der hinteren Fläche der entsprechenden embryonalen Extremität ihre Entstehung nehmen (p. 358, Fig. 22, Taf. 5); weiter ist er durch vergleichend-anatomische Betrachtung ebenfalls zu der Ansicht gekommen, dass die abdominalen Anhänge zu Lungenoperculae werden müssen (1894, p. 41).
Brauer , 1895, gibt die beste Beschreibung der ersten Entwickelungsstadien der Lungenfalten beim Skorpion und betont, dass die vordere Wand der Lungenhöhle, welche die Lungenblätter trägt, eigentlich nichts anderes als die hintere Fläche der betreffenden Extremität darstellt. Er spricht sich im Anschluss an Kingsley und Simmons für die Ableitung der Lungen aus den Kiemen aus[1].
Im Jahre 1895 ist die höchst wichtige Arbeit von Purcell erschienen, in welcher er zum erstenmal ganz unzweideutig zeigt, dass die ersten Lungenblätter nicht im Innern der Lungenhöhle, sondern auf der freien Oberfläche der embryonalen Extremität entstehen, ehe die letztere noch begonnen hat, sich in den Körper einzusenken.
Doch ist diese wichtige Tatsache bis in die letzte Zeit von den meisten Forschern unbeachtet geblieben.
Von der anatomischen Grundlage aus haben besonders Lankester, 1881, 1885, MacLeod, 1884 und Kingsley, 1885, 1893 auf die Homologie der Merostomenkiemen und der Arachnoideenlungen hingewiesen.
Im Zusammenhang nun mit diesen anatomischen und embryonalen Tatsachen und zum großen Teil noch vor der Entdeckung vieler von diesen Tatsachen, ist eine Reihe von Theorien aufgestellt worden, nach welchen die Lungen nichts anderes als umgewandelte Merostomenkiemen seien. Zugleich versuchten sie die Art und Weise dieser Umwandlung der Kiemen zu Luftrespirationsorganen zu erklären. Wenn die Theorien den Tatsachen vorangeeilt sind, und zwar manchmal in sehr glücklicher Weise ( Kingsley , 1885, 1893), so ergibt sich daraus, dass die gesamte Organisation von Limulus die Ableitung der Arachnoideen aus den Merostomen und die Ableitung der Lungen aus den Kiemen sehr nahe legte.
- ↑ Allerdings scheint die Reihenfolge, in welcher die Lungenblätter entstehen, bei ihm nicht richtig angegeben zu sein (s. Purcell , 1909).