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Page:Kassianow Limulus-Theorie.djvu/7

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vorübergehend auf, wie es  Heymons 1904¹ bei den Solifugen nachgewiesen hat. Und wenn endlich durch  Schimkewitsch , 1911 neuerdings auch noch bei den primitiveren Spinnen (Tetrapneumones) solche Rudimente auf sämtlichen Gangbeinen nachgewiesen worden sind, so bestätigt dieser Umstand aufs neue, wie sich dieses uralte, typische Trilobiten- und Merostomenmerkmal, welches viele geologische Perioden überlebt hat, der ganzen Organisation der Arachnoideen noch anhaftet und demnach immer wieder und wieder auftauchen kann.

Als ein ebenfalls uraltes Merkmal sind die scherentragenden Cheliceren der Arachnoideen anzusehen, weil sie den Gigantostraken und Xiphosuren gemeinsam sind und überall homologe Gliederung aufweisen ( Börner , 1903). Auch dieses typische Merostomenmerkmal, welches bereits die ältesten Merostomen auszeichnet und sonst bei den Arthropoden nicht vorkommt, ist der Organisation der Arachnoideen noch so eigen, dass es bei den meisten Formen unverändert blieb und endlich dort, wo es in seiner typischen Form verschwunden ist, noch heutzutage in der Ontogenese in seiner uralten Form vorübergehend auftritt (embryonale Scheren an der 1. Extremität bei den tetrapneumonen Spinnen nach  Schimkewitsch , 1911). (S. auch die Anmerk. am Schlusse des Artikels.)


2. Ableitung der Arachnoideenlungen aus den Merostomenkiemen als ein Teil der Limulus-Theorie.

Sind aber auch die Respirationsorgane der Arachnoideen — die Lungen — von den Merostomenkiemen abzuleiten?

Es gibt sehr viele Forscher, welche die auffallende Ähnlichkeit, welche bezüglich des Baues zwischen den Arachnoideen und Merostomen existiert, nicht in Abrede stellen und auch wirkliche Verwandtschaft beider Gruppen zugeben, hingegen aber zögern, die Lungen aus den Kiemen abzuleiten.

Müssen wir trotz der unzweifelhaften Verwandtschaft beider Gruppen annehmen, dass die Lungen unabhängig von den Merostomenkiemen sich entwickelt haben und Organe sui generis darstellen?

Auch diese letzte Annahme wäre wohl, rein theoretisch betrachtet, als möglich anzusehen und aus der Unmöglichkeit, die Lungen aus den Kiemen abzuleiten, würde sich durchaus noch nicht ergeben, dass die Arachnoideen mit den Merostomen keinen gemeinsamen Ursprung haben könnten, wie es manche Forscher sich vorstellen. Man kann nämlich noch mit der Möglichkeit rechnen, dass die Lungen nicht aus den Kiemen, wohl aber beide, die Lungen und die Kiemen, aus einer gemeinsamen Anlage entstanden sind, von welcher aus beide in divergenter Richtung sich weiter entwickelt haben (wie es noch heutzutage  Kautzsch , 1910 und  Dahl ,