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1911 für möglich halten). Allerdings ist eine solche gemeinsame Anlage, die noch primitiver wäre als die Merostomenkiemen und nicht als typische Kieme funktionierte, sehr schwer vorstellbar und man müsste sie mehr im Reiche der Phantasie als in der Wirklichkeit suchen.

Aber es wäre vielleicht auch zu erwägen, ob die Arachnoideen bei ihrer Umwandlung aus den Merostomen die Kiemen nicht gänzlich verloren hätten; vielleicht sind bei ihnen ganz unvermittelt neue Organe entstanden, vielleicht zuerst als nutzlose Abnormitäten, als Mutanten, die erst später ihre Verwendung als Respirationsorgane fanden. (Allerdings wäre dabei die auffallende Ähnlichkeit der neuentstandenen Lungen mit den verschwundenen Kiemen schwer zu erklären.)

Um diese Fragen zu entscheiden, müssten wir die Anatomie und die Entwickelung der Respirationsorgane bei den Arachnoideen, wie sie uns die neueren Arbeiten ergeben haben, näher ins Auge fassen.


II. Kiementheorie bis zu unseren Tagen und Bau der fertigen Lunge.


1. Embryologische Literatur.

Die Lungen der Arachnoideen sind derart gebaut, dass sie schon lange den Zoologen Anlass gegeben haben, sie mit den Merostomenkiemen zu vergleichen ( Milne-Edwards , 1873,  van Beneden , 1882,  Lankester , 1881, 1885, 1904,  MacLeod , 1884,  Kingsley , 1885, 1893,  Bruce 1886—1887,  Laurie , 1890, 1892, 1894,  Kishinouye , 1891, 1892,  Simmons , 1894,  Brauer , 1895.

Auch ihre Entwickelung, so fragmentarisch sie auch zu jenen Zeiten bekannt war, konnte nur diese Vorstellung stärken.

Schon  Metschnikoff , 1870 (1871) hat gezeigt, dass die Lungenhöhlen der Skorpione hinter den abdominalen Beinen entstehen[1], und für die Spinnen ist schon von  Salensky [2] 1872 behauptet worden, dass bei ihnen das 1. Abdominalfußpaar sich in die Lungen umwandelt. Seitdem hat eine ganze Reihe von Forschern auf diesen innigen Zusammenhang der Lungen mit den abdominalen Beinpaaren hingewiesen, obschon die wahre Natur dieses Zusammenhanges immer noch unklar blieb. (Dies gilt besonders für  Bruce 1886—1887 und  Pereyaslawzewa 1901, 1907.)

Auch war es bereits durch  Locy (1886) bekannt, dass die Lungenblätter aus ektodermalen Falten entstehen.


  1. ↑ Zwar betont  Salensky ausdrücklich, dass die Lungen aus den Geweben des Beines selbst entstehen (gegenüber der Beschreibung von  Metschnikoff , welcher sie auf eine hinter den Beinen entstehenden Einsenkung zurückführt), doch ist die Umwandlung von ihm nicht klar dargestellt.
  2. ↑ Vorher hatte bereits  Ganin (teste  Salensky , 1872) die Umwandkuig des 3., 4., 5. und 6. abdominalen Beinpaares in Lungen bei Scorpio beobachtet.