[22] der Backbordseite entlang, warfen ein mit einem Eisenhaken versehenes Tau über die Reling und kletterten an Bord des hellgrau gestrichenen Schiffes, an dessen Bug offenbar früher ein Name in erhabenen Buchstaben beiderseits angebracht gewesen, nun aber so gründlich entfernt war, daß nichts mehr davon übriggeblieben. –
Ich will hier nur kurz erwähnen, daß diese Motorjacht völlig leer war: kein Möbelstück, kein Maschinenteil, keine Kiste, kein Faß – nichts, nichts enthielt sie als leere Räume, aus denen sogar größtenteils die Türen und sogar ganze Zwischenwände entfernt waren.
Wir fanden auch nicht das winzigste Etwas, das uns über Namen und Heimathafen des schmucken – äußerlich so schmucken Schiffleins Aufschluß gegeben hätte.
Nachdem wir sämtliche Räume bis hinab zu dem mit Sandsäcken zum Teil gefüllten Kielraum durchsucht hatten, wandten wir uns der Leiche zu, deren ekler Verwesungsgeruch das ganze Deck verpestete.
Das geradezu entsetzliche Aussehen des Toten, dem übrigens sogar der Kopf mir Eisendraht am Maste festgebunden war, ließ sogar Harald zögern, die Leiche loszuschnüren.
Als sie dann vor uns auf den Deckplanken lag, bemerkten wir, daß in dem Mast an jener Stelle, wo sich die Brust des Toten befunden, sieben Einschußöffnungen sich befanden.
Der Mann war – hier am Mast erschossen worden! Das bewies uns seine von Kugeln durchlöcherte Brust! Und vier der Schüsse saßen im Herzen, die anderen drei etwas seitwärts.
Harald durchsuchte mit angehaltenem Atem rasch die Taschen der zerrissenen Kleidungsstücke.
Um Atem zu schöpfen, trat er dann zurück, begann aufs neue, suchte mit jener Ausdauer, die nur ihm allein selbst bei geringfügigen Anlässen eigen ist.
Geringfügig?! – Hm – bei unserem Beruf ist nichts