[23] geringfügig. Da kann sogar eine Schnupftabakdose allerlei verraten.
Und – eine solche Schnupftabakdose von ganz besonderer Form war’s, die Harald in der oberen linken Westentasche des Toten entdeckte.
Es war eine Dose, die aus einer Muschel hergestellt war. Die Muschel, an den Außenseiten mit allerlei primitiven Gravierungen bedeckt, wie sie Südseeinsulaner anzufertigen pflegen, war noch halb gefüllt.
Harald warf jetzt zunächst mit meiner Hilfe den Toten über Bord, dem wir einen Sandsack an die Füße gebunden hatten.
Wir waren froh, als die Leiche in die Tiefen des Ozeans hinabschoß.
Dann holten wir von dem Floß, das wir an der Reling vertaut hatten, unseren Koffer, den Proviantkasten und das Trinkwasserfäßchen und trugen alles in die Heckkajüte, wo wir es uns bequem zu machen gedachten.
Unsere nassen Kleider waren inzwischen völlig trocken geworden, und der harte Schiffszwieback und das kalte Büchsenfleisch schmeckten uns wie ein Göttermahl, besonders da wir in unserem Koffer noch eine Flasche Kognak hatten, die unsere Lebensgeister rasch wieder anfeuerte.
Als Sitzgelegenheit dienten uns zwei der Ballastsäcke aus dem Kielraum. „Nach Tisch“ spendete Harald mir eine Mirakulum. Bevor er die Zigarette aber in Brand setzte, schüttete er etwas von dem „Schniefke“ (Schnupftabak) aus der Insulanerdose auf den linken Handrücken und prüfte durch den Geruch den staubfeinen Tabak, nickte befriedigt und meinte:
„Neu-Kaledonien!“
„Was heißt das?“ fragte ich mit Recht.
„Die Dose stammt aus Neu-Kaledonien, und der Schniefke auch. Nur dort baut man einen Tabak, der zerrieben einen so aromatischen Geruch hat.“