[39] Harst dann meine Lederriemen trotz ihrer Drahtgeflechteinlage durchtrennt. Fünf Minuten später hatten wir bereits jeder ein Stück Büchsenfleisch und ein paar Zwiebacke in Arbeit. Harald wünschte, daß wir Vorrat äßen.
Noch immer kamen die dumpfen Schläge von unten herauf. Bis – – Stille eintrat. Bis wir dann, nachdem Harald die Tür geöffnet hatte, in die Finsternis des Ganges hinaushuschten und vorsichtig an Deck schlichen.
Wir … kamen zu spät. Ein Ruderboot stieß gerade von der Backbordseite ab. Wir ließen uns nicht sehen. Im Moment war das Boot außerdem in den grauen Nebelmassen verschwunden.
Die Jacht sank recht rasch. Wir merkten es daran, daß sie immer weniger schlingerte.
„Also heißt es, abermals ein Floß bauen,“ meinte Goddlepy, der zwischen uns an der Reling stand.
Harald lauschte in die Nacht hinaus, antwortete nicht.
Auch ich vernahm das Toben einer starken Brandung.
„Die unbekannte Insel!“ sagte Harst nur. „Beeilen wir uns, die Lukenöffnung nach dem Kielraum abzudichten. Dann wird die Jacht sich noch tagelang über Wasser halten.“
Ich hatte mich zufällig nach links gedreht. Ein Windstoß fegte das Deck von Nebelschwaden frei. Und – so sah ich als erster, daß da vorn am Mast zwei Gestalten standen – zwei reglose Gestalten – an demselben Mast, an dem der Mann mit der Muscheldose erschossen worden war.
Sofort dachte ich an die beiden Geheimnisvollen.
Ich lief dorthin – war nun dicht vor ihnen.
Sie waren’s. Aber – sie waren’s auch nicht. Leichenfahle Gesichter mit verdrehten Augen leuchteten durch die Finsternis.
Ohnmächtig die Ärmsten, – ihre Rücken durch eine grausame Züchtigung zerfetzt. Das schauten wir nun, als wir sie losgebunden und in die Heckkajüte getragen hatten.
Harst riß ihnen die Knebel zwischen den Zähnen hervor.