[40] Goddlepy fluchte und flößte ihnen Kognak ein. Der Sprecher erwachte zuerst, stierte um sich, lallte:
„Ah – wir … wir hatten auf Sie gehofft, Mr. Harst. Wir … wir wurden von den Schurken mit Riemen geschlagen, damit wir … etwas verraten sollten.“
Er schloß die Augen wieder. –
Unser Koffer lieferte Harst das Verbandmaterial. Die gräßlich zugerichteten Rücken der beiden Männer legten das beste Zeugnis von ihrer Standhaftigkeit ab. Wer solche Qualen erträgt, ohne vor Schmerzen zu brüllen, muß eine eiserne Willenskraft besitzen. –
Haralds Samariterarbeit war beendet. Die beiden lagen sauber verbunden auf einem Lager von Säcken. Ein paar Morphiumtabletten sollten ihnen zu einem erquickenden Schlummer verhelfen. – Derweilen war Goddlepy längst in den Kielraum hinabgeeilt, um die Luke abzudichten. Als wir ihm nun dorthin folgten, hatte er seinen Auftrag aufs beste erledigt. Die Luke war tadellos dicht, und die namenlose Jacht würde uns nicht unter den Füßen wegsinken. Wir hatten vorläufig ein Obdach.
Wir drei kehrten an Deck zurück.
Das Brandungsgeräusch war stärker geworden. Eine Strömung trieb die Jacht der Insel zu.
So standen wir denn nebeneinander an der Reling und warteten – warteten, daß unser steuerloses Schiff irgendwo stranden würde. Ein Notsegel konnten wir nicht mehr herstellen. Der Kielraum war ja mit Wasser gefüllt.
„Wenn wir Pech haben, ersaufen wir in der Brandung,“ knurrte Goddlepy und sog an einer Zigarette, stierte in den Nebel hinein, der alles ringsum in dasselbe Grau hüllte.
„Wenn wir Pech haben – ja!“ meinte Harald gedankenvoll. Und fügte lebhafter hinzu: „Halt – daß ich nicht früher daran gedacht habe!! In den drei Luxuskabinen unten sind die Wände mit Stoff bespannt, und diese Wandbekleidung ist noch vorhanden. Hinunter also!!“