[10] gleichfalls benötigt hatte, und erhielt von einer groben Männerstimme einige Liebenswürdigkeiten per Draht versetzt, in denen die erklärenden Sätze vorkamen, daß „ich mich nich’ von m’ jrünen Schnösel von wejen Flugzeug und so verkohlen lasse“, – worauf ich sehr höflich meinen Namen nannte und von dem nun ebenfalls in Höflichkeit ersterbenden Herrn August Muffelberg, Schuhmacherei, sehr um Entschuldigung gebeten wurde …
Ich hängte ab, blätterte im Fernsprechverzeichnis: Es gab keinen Marchese Pragazza!
Ich fragte zur Vorsicht noch bei dem Pförtner der Italienischen Botschaft an und war natürlich auf einen gleichen Mißerfolg vorbereitet. – Irrtum: Marchese Silvio Emanuel Pragazza sei Legationssekretär, wohne Dahlem, Parkstraße 99, in eigener Villa …
Von einer Verheiratung des Herrn Marchese sei dem Pförtner allerdings nichts bekannt.
„Schluß. Danke verbindlich.“
Mithin war ich von einem Burschen hineingelegt worden, dem es lediglich auf die Depesche und Harsts Lösungsversuche angekommen war. Der Mann hatte Glück gehabt, aber auch er konnte mit dem Raube nichts anfangen, denn die Lösung war Harald bisher nicht geglückt.
In diese meine flaue Stimmung platzte als angenehme Ablenkung Freund Tobias Remmele hinein, einer unserer „wertvollsten“ Bekannten, denn Tobias war Besitzer eines kleinen Goldwarengeschäftes in der Berkaer Straße hier in Altschmargendorf, – Junggeselle, etwa fünfzig, weit gereist, bierehrliche Haut, seit langem gelegentlicher gern gesehener Abendgast zum Schoppen Bier und – Hauptsache – äußerst bildungshungrig und brillanter Rätselrater. Er hatte es in der Kunst, Rätsel im Nu zu lösen, verblüffend weit gebracht.
„Harst ist kranke“ – er schüttelte mir teilnehmend