[9] diesem oder jenem Grunde nicht an die Polizei wenden möchten.“
„Das sehe ich vollkommen ein …“ – er öffnete die Tür und trat in den Flur, nahm seinen Mantel vom Haken der Garderobe und zog ihn an. Es war ein schwarzer leichter Mantel mit kurzer Pelerine, ein Frackmantel aus[1] Seide, – ich habe nie ein so vornehmes Ding besessen und Harald erst recht nicht.
Nach einigen Redensarten, wie sie nun mal beim Abschied üblich sind, riegelte ich die gut gesicherte Haustür auf, der Marchese verneigte sich … „Oh – meine Handschuhe,“ meinte er lächelnd. „Ich bin sehr zerstreut.“ Er kehrte um, die Handschuhe lagen auf der Schreibtischecke, er nahm sie an sich, hüstelte dabei stark, und konnte doch nicht vermeiden, daß ich das leise Knacken hörte. Ich stand hinter ihm, – jetzt hatte ich einen klaren Beweis für seine Hinterhältigkeit, ich legte ihm die Hand auf die Schulter, er wandte sich jäh um …
„Bitte, lassen Sie Ihre Momentkamera besser hier, Herr Marchese …“ meinte ich ironisch und griff nach dem Telephonhörer, griff aber auch sicherheitshalber mit der linken Hand in die Schlüsseltasche …
„Sie Narr!“ sagte er grob, – und die Begleitung zu dieser Bemerkung war ein blitzschneller Fausthieb, dem auch ein Berufsboxer erlegen wäre. Die Herzgrube ist nun einmal eine Stelle, die bei jedem sehr empfindlich sein dürfte.
Als ich leidlich wieder mein eigenes Ich geworden, hatten sich der Herr Marchese und mit ihm die Depesche sowie Haralds Lösungsversuche der Chiffreschrift vollständig verkrümelt. Meine Rolle als Harsts Generalvertreter hatte außerordentlich blamabel geendet – vorläufig. –
Ich raffte mich also auf, ging zum Schreibtisch, rief die Nummer Brabant 19 91 an, die der Herr Marchese
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