[12] Pragazza – – genau derselbe Boxer von vorhin, genau derselbe Anzug …
„Sie gestatten, daß ich mich vorstelle,“ sagte er höflich-kühl. „Marchese Pragazza … Herr Schraut – Ist Ihr Freund daheim?“
Silvio Emanuel Pragazza hörte meinen Bericht schweigend an. Tobias warf hier und da eine Frage ein. Tobias hatte seinen Kunden mit zwölf tiefen Bücklingen begrüßt.
„Nun werde ich erzählen,“ sagte Pragazza mit leichtem Kopfschütteln, wodurch er sein Erstaunen über meine Schilderung andeuten wollte. „Ich erhielt in der Tat heute früh halb acht eine Depesche aus Trikkala … Der Inhalt blieb mir ebenfalls unverständlich. – Ich kenne Miß Malling gar nicht. – Um acht ließ sich dann bei mir ein Herr melden, der sich als Kriminalkommissar legitimierte. Ein Schwindler habe, erklärte er, meinen Namen zu Betrügereien mißbraucht. Er bat um das Telegramm und verabschiedete sich wieder. Ich war bis vor einer Stunde durchaus überzeugt, daß der Herr wirklich ein Beamter gewesen sei. Im Klub erfuhr ich jetzt, es gäbe keinen Kommissar Brandtmeier in Berlin. Ich rief daraufhin den Juwelier Mende, Unter den Linden, an, wo der Gauner ein Kollier unter meinem Namen erschwindelt haben sollte. Mende wußte von nichts. Daraufhin kam ich zu Ihnen, denn mir ist nun klar geworden, daß der falsche Kommissar es lediglich auf die Depesche abgesehen gehabt hatte. – Das ist der einfache Hergang, Herr Schraut.“
Ich wußte beim besten Willen nicht, was ich dazu sagen sollte. An den Worten des Marchese war nicht