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Page:Banditen des Olymp.djvu/22

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[22] eine unserer Brieftauben, – der holde Friede der Maiennacht lag weihevoll über den sprießenden Sträuchern und Büschen. Die Fenster unserer beiden Gewächshäuser und der Mistbeete spiegelten das Nachtgestirn in blanken Bahnen wieder. Gestern noch hatten wir hier fleißig gearbeitet, Harald hatte zu unserer oder besser zu Mathildes Bequemlichkeit nach dem einen Gewächshaus Drähte gespannt und unser Haustelephon bis hierher gelegt, hatte eine kleine Glocke über der Tür befestigt, damit Mathilde uns rascher verständigen konnte, falls Besuch käme. Der Apparat stand im Vorraum des Gewächshauses auf einem Tisch, auf dem wir auch unsere Pflanzen umtopften. – Ich zeigte Tobias die Drähte. „So … so,“ sagte er, „– gestern also,.. merkwürdig, wie Ihr Freund so außerordentlich für die dicke treue Mathilde sorgt.“

„Gar nicht merkwürdig, – er brauchte Beschäftigung, einen faulenzenden Harst kenne ich nicht.“

„Stimmt, ein ruheloser Geist, ein dauernd auf der Lauer liegender Löwe … – Lachen Sie nicht, Schraut, – wenn ich auch nur Rätsel raten kann, man wetzt doch das Hirn bei dieser Beschäftigung. Ich kenne einen berühmten Anwalt, der in seinem Auto auf der Fahrt von Gericht zu Gericht stets einige Rätsel in Arbeit hat, keine Kinderrätsel, sondern geistvolle Einfälle findiger Köpfe … Würden Sie mir mal das Gewächshaus aufschließen, – der Schlüssel hängt doch wohl noch immer an dem Nagel unter dem Dach, – würden Sie dann so liebenswürdig sein und nochmals in Harsts Arbeitszimmer zurückkehren und meine Isolde anrufen und ihr mitteilen, daß es heute wohl recht spät werden wird. Wundern Sie sich nicht über diese Bitte, ich erkläre Ihnen das nachher, und ich bin überzeugt, meine Erklärung wird Sie über einen bestimmten Punkt sehr beruhigen.“