[24] Tür dorthin war nur halb geschlossen, und der Duft von Veilchen, Narzissen und Goldlack wäre wunderholder Frühlingsgruß gewesen, wenn nicht in der Luft noch der dünne Rauch einer süßlichen Zigarette gehangen hätte.
„Tobias, hier war jemand!“ – meine Stimme flüsterte die Worte mit dem feinen Timbre mühsam unterdrückter Erregung.
Remmele nickte und schob sich an mir vorüber. „Eine von Harsts Mirakulum, Schraut!“ fragte er schnuppernd. „Nein, ich irre mich … Das ist englischer Dreck … So fade-süß riechen die Mirakulum nicht.“ Er stieß die Tür nach dem Innenraum vollends auf, indem er gleichzeitig seinen Hut von unten über die frei hängende elektrische Lampe schob, so daß der Lichtschein nur die Decke traf und wir im Finstern standen. „So – nun gehen Sie telephonieren – bitte!! Gehen Sie doch!! Hier im Gewächshaus ist bestimmt niemand mehr. Es war jemand hier, aber wir kamen zu spät, und Harsts neue Anlage diente einem Fremden! Gehen Sie!“
Seine merkwürdig energische Art machte mich stutzig. „Nun gut,“ meinte ich nur und trat zum Schein wieder ins Freie, entfernte mich wenige Schritte und kehrte um.
Ich wurde so Zeuge eines sehr eigentümlichen Zwischenfalles. Tobias schraubte die Lampe in der Fassung so locker, daß auch sie erlosch, schaltete dann einen Leuchtstab ein, nahm seine Waffe in die rechte Hand und suchte das Gewächshaus nach dem Eindringling ab. Zuerst fand er nichts. Aber links neben der Tür lagen zwei Strohmatten, – er hob sie empor, und der Lichtkegel zeigte auch mir, dem heimlichen Lauscher, Isolde Remmeles schlanke Gestalt und ihr pikantes Gesichtchen. Sie hatte sich rasch aufgerichtet, und was sie nun halblaut ohne jede Verlegenheit hervorstieß, gab mir neue Rätsel auf …