[26] es vielleicht recht spät werden wird, Sie sollen sich keine Sorgen machen …“
„Danke, Herr Schraut … Gute Nacht … Einen innigen Gruß Ihnen beiden …“
Knack, – sie hatte abgehängt.
Sie?!
Wer?! – Isolde?! Ausgeschlossen!
Wer also?!
Ich eilte abermals über den Hof – hin zum Gewächshaus. Vor dem Tische mit dem Apparat saß auf dem Holzstuhl Tobias Remmele. Alle Lampen brannten, – er hatte den Hörer des Hausapparats noch am Ohr, blickte zu mir auf und sagte mit schlichter Selbstverständlichkeit: „Es ist schon so, wie ich vermutete … Harst hat nicht nur eine Telephonleitung gelegt, sondern auch irgendwo in seinem Arbeitszimmer ein Mikrophon aufgestellt … Ich hörte genau, wie Sie die Tür öffneten, was Sie sprachen, – ich höre noch immer das dumpfe Ticken Ihrer englischen alten Standuhr, – bitte, überzeugen Sie sich! Alles, was dort im Zimmer heute verhandelt wurde, konnte hier jemand ablauschen – und hat es zum Teil abgelauscht.“
Ich riß ihm den Hörer förmlich aus der Hand. Ich horchte … Tobias hatte recht: Ich vernahm das Ticken der Uhr, ich hörte sogar jetzt das Surren, mit dem die Standuhr das Schlagen einleitet … Dann schlug sie: Elf Uhr – – elf Schläge!
Ich legte den Hörer weg und meinte kopfschüttelnd: „Das hat Harald mir verheimlicht! – Wer horchte hier, Tobias?!“
Er erwiderte gelassen: „Zwei waren’s, Schraut. Über beide weiß ich Bescheid. Aber ich bin zum Schweigen verpflichtet.“
Nun, die eine kannte ich: Isolde! – Aber die zweite Person?!