[30] in die kleine Stube mit ihrem bunt zusammengewürfelten Möbelkram und überlege mir Haralds Taktik. Ich bin überzeugt, daß auch er auf diesen seltsamen Schuhmacher längst aufmerksam geworden war und aus bestimmten Gründen in der Klinik als Kranker für einige Zeit untertauchen wollte. Sein Zimmer dort hat einen Balkon, und vom Balkon zum Dach und vom Dach hierher – für ihn ein Katzensprung.
Aber die andere Seite dieses fein vorbereiteten Spieles: Wie bitterernst muß die Sache sein, deretwegen Harst seine geliebte Mutter und mich so schwer ängstigte und … narrte.
Remmele flüstert schon: „Ich wußte, daß Harst hier sein würde, – und vorher war er im Gewächshaus und horchte die Gespräche ab … Er weiß, daß wir kommen werden.“
Ich zweifelte nicht daran. – Harst trug denselben Anzug und denselben leichten Mantel und den modefarbenen Velourhut wie am Vormittag, als er allein zu Professor Grabert gefahren war. Er saß vornübergebeugt, hatte den Hut ins Genick geschoben und schrieb und überlegte, schrieb abermals, rauchte, nahm eine neue Zigarette aus einem Staniolpäckchen, war ganz in seine Arbeit vertieft. – Was schrieb er?
„Stören wir ihn nicht,“ meinte Tobias leise. „Wir könnten inzwischen noch etwas anderes erledigen. Es macht den Eindruck, daß er vorläufig hierzubleiben gedenkt. Kommen Sie, Schraut. Ich kann Ihnen noch mehr zeigen, was Sie überraschen wird. Es ist nicht weit bis zur Parkstraße, und die Villa des Marchese enthält ein Geheimnis, das noch in keiner Rätselecke einer Zeitungsbeilage gestanden hat, obwohl es sich um Dinge handelt, die die Polizei längst beschäftigen müßten, und die Öffentlichkeit ist in diesem Falle die Polizei.“
„Warten Sie!“ Ich schüttelte seine Hand ab. „Mir