[38] Man mußte es Porsch zugestehen, daß er zu alledem ein ungeheuer dummes Gesicht machte.
„Ich kenne keinen Marchese …“ betonte er und wurde knallrot vor Eifer. „Sie werden mir’s nicht glauben, aber es ist so … Ich habe hier gefaulenzt, ich habe bis gestern von Muffelberg keinerlei Aufträge erhalten, die irgendwie zweifelhafter Natur waren. Erst gestern abend erklärte er mir, er würde verreisen, und ich solle das Haus gut bewachen. Dann …“
„… ja, dann …“ nickte Harst, „dann befahl er Ihnen heute abend, wie Sie sich bei telephonischen Anfragen zu verhalten hätten, – das erzählten Sie mir schon. Sie sollten allgemeine Redensarten gebrauchen oder grob werden, also das Rezept für alle Parlamentarier mit feisten Diäten.“
Peter Porsch grinste. „Sie gefallen mir eigentlich, Herr Harst, Sie haben Witz, Sie sagen einem peinliche Dinge mit buntem Zuckerwerk umhüllt. – Was sagen Sie dazu. daß Muffelberg mich regelmäßig jeden Abend um zehn oben in mein Kämmerchen einschloß, daß das Fenster dort Innenladen aus Eisen hat und daß die Tür mit Blech benagelt ist und zwei Patentschlosser besitzt?! Was sagen Sie ferner dazu, daß mein Chef mich jeden Abend untersuchte, ob ich nicht ein Messer mit nach oben genommen hätte?! Wie finden Sie es, daß dieser falsche Krüppel – Ihnen gegenüber bin ich ehrlich – bei mir einen Restposten im Walde versteckt gehaltener falscher Dollarnoten beschlagnahmte und daß er mich dadurch fest in der Hand hatte! Ich hätte die Blüten natürlich verbrannt, denn wer fünf Jahre Zuchthaus hinter sich hat, wer im Leben ganz allein dasteht wie ich …“ – seine Stimme schwankte leicht – „der ist kuriert, – ich wollte raus aus dem Sumpf, ich hatte das Bestreben, ehrlich zu bleiben, ich hätte ihm beinahe die Hand geküßt, als er mir Arbeit und Unterkunft bot.