[45] Der Marchese hatte Urlaub, war in Bremen, als der Dampfer die Hollywood-Gesellschaft ausschiffte, – er lernte Jane kennen, – haben Sie Bilder von ihr gesehen? Man kann sich schon in sie verlieben, wenn man … blind ist – eine jener süßlichen Fratzen, wie die Yankees sie auf der weißen Leinwand schätzen, ein ganz neuer Star, für den man schleunigst eine neue Gesellschaft mit dem verrückten Namen Grandsteaple-Kompagnie gründete. Im Filmkurier stand’s, und die Zeitschrift ließ durchblicken, daß das ganze eine oberfaule Gründung sei, anrüchig – – duftet nach dem Gelde irgendeines amerikanischen Kriegsschiebers … – Pragazza, wie toll in Jane verschossen, konnte nicht schnell genug mit ihr Flitterwochen feiern, aber er schämte sich wohl, seinen alten Namen neben dem dieses blonden Stars in der Presse zu finden, er hat Beziehungen, keine Seele erfuhr von der heimlichen Hochzeit, – der Generalkonsul Mattuso befingerte alles, Pragazza ist ja eine große Nummer im italienischen Zukunftskalender. – Anderen blieb’s verborgen, mir nicht, ich habe auch Beziehungen, es ist Tatsache: Der Marchese heiratete sie, acht Tage wohnte er mit ihr unter anderem Namen in einem feudalen Pensionat, dann muß es kurz vor Janes Abreise nach Griechenland einen bösen Krach gegeben haben, – weshalb, weiß ich nicht, ich weiß nur, daß Pragazza ganz verstört das Pensionat verließ … Er war nicht am Zuge, als die Filmleute gen Griechenland fuhren, er schickte nur seinen alten Diener Guiseppe Razzoni heimlich – heimlich mit, – den sah ich auf dem Bahnhof. – Im Grunde konnte man den blinden Tor bedauern, – so albern einem Mädel ins Garn zu gehen, dem’s doch nur darum zu tun war, Frau Marchesa zu werden!“
Harst klopfte dem jungen Eiferer beschwichtigend auf die Achsel. „Garlant, – wir alle haben mal eines Weibes wegen eine Dummheit gemacht – alle! Auch