[47] wir noch immer auf dem Trittbrett. Der Chauffeur machte keinen Versuch, uns abzuschütteln. Harsts Pistole war ihm bedenklich nahe, und er gehorchte wortlos jeden Befehl.
„Fahren Sie in die Forckenbeckstraße, dann halten. Sie auf mein Zeichen.“ – Harst schwang sich neben ihn, und ich verschwand im Wageninnern, die Tür knallte zu, und die Frau stieß einen leisen Schrei aus. Ich wollte nicht ganz stumm bleiben. „Fürchten Sie nichts,“ meinte ich höflich. „Ihnen wird nichts zustoßen …“ Im Augenblick fiel mir nichts Besseres ein.
Die Frau war dicht verschleiert und weinte. Ich vernahm ein paar Worte, die wie ein Stoßgebet klangen, italienische Worte.
Wenn der Schein der Straßenlaternen über das Auto hinglitt und durch die Fenster fiel, erkannte ich einen dunklen Mantel, Lackhalbschuhe und am Hinterkopf der Frau schneeweißes volles Haar. Der Hut, den sie trug, war ganz tief herabgezogen und sehr breite krempig.
„Sind Sie Mafalda Pragazza, die Tante?“ fragte ich, als der Wagen bereits unserem Gemüsegartenzaun sich näherte. – Keine Antwort … Das leise Schluchzen wurde stärker.
Das Auto hielt. – Harst sprang herab und rief mir zu: „Öffne die Einfahrt!“
Er behielt den Chauffeur dauernd im Auge. Es war ein Mann in mittleren Jahren, bartlos, in tadele loser Livree.
Der Wagen glitt langsam bis auf unseren Hof, ich schloß die Zauntüren und lief hinterdrein, Harald war stets neben dem Chauffeur geblieben.
„Sie sind der Diener Aristide?“ fragte er den Chauffeur, als das Auto im Schatten unserer alten Bäume gestoppt hatte und der Mann ausgestiegen war.