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Page:Banditen des Olymp.djvu/52

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[52] sich. „Ich wußte das seit einigen Tagen,“ sagte er gütig. „Meine nächtlichen Ausflüge zeigten Sie mir zweimal von ferne, als Sie sich im Park in Dahlem Bewegung schafften. Der Marchese begleitete sie. Sie stützten sich auf seinen Arm, und ich merkte, daß er sie mit allem Respekt behandelte und daß Sie zwanglos mit ihm sprachen. Das letzte Mal lenkten Sie Ihre Schritte bis zur Berkaer Straße, bis zu Remmeles Laden. Sie standen vor dem Schaufenster und weinten, und der Marchese schien Sie zu trösten. – Frau Remmele, ich glaube, daß ich auf Grund der Auskünfte, die ich über den alten Marchese Pragazza erhielt, Ihr Geheimnis kenne. Der Vater des Marchese war als Schürzenjäger in Venedig verrufen, er war einer jener vornehmen reichen Wüstlinge, bei denen man trotz des alten Adels die Bezeichnung „vornehm“ streichen muß. Sie dienten in dem Palazzo als blutjunges Ding, – ich nehme an, der alte Pragazza stellte Ihnen nach, Sie liebten den Deutschen, den Goldarbeiter, – des Marchese Leidenschaft und Eifersucht wuchsen, er ließ Sie entführen, – was weiter geschah, möchte ich nicht andeuten. Er besaß große Güter in der Lombardei, und verschwiegene, von ihm abhängige Kreaturen hielten Sie verborgen. Als er starb, erfuhr sein Sohn die Wahrheit, wollte das Unrecht wieder gutmachen, nahm Sie mit hierher und hoffte, Sie und Ihren Gatten wieder zusammenzuführen und Sie und Ihr Kind!“

Die Frau weinte fassungslos. Harst hatte ihre Hände ergriffen. „So – und nun sprechen Sie, und … sagen Sie alles. Ich kann das Verhalten des jungen Marchese in dieser Angelegenheit durchaus verstehen. Er will die freventlichen Vergehen seines Vaters vor der Welt verheimlichen, er hat sich im Übereifer, die Ehre seines Namens zu wahren, auf dunkle Dinge eingelassen, die ihm sehr falsch ausgelegt werden konnten, er schuf ein