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Page:Banditen des Olymp.djvu/53

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[53] Notversteck für Sie in dem Schuhmacherhäuschen, er stiftete Dinge an, die außerhalb des Gesetzes lagen, er zauderte, Ihrem Gatten die nackten Tatsachen zu enthüllen, er ging oft zu ihm, nie fand er den Mut zur Wahrheit. Finden Sie ihn!“

Er gab ihre Hände frei, sie trocknete die feuchten Augen, und ein Zug von Entschlossenheit zeigte sich um den roten, schönen Mund. Eine flüchtige Rote glitt über ihre Wangen, – es war der letzte Kampf in ihr.

Sie sprach.

„Die Dinge liegen nicht so einfach als Sie denken, Herr Harst. Die Vorgeschichte ist Ihnen bekannt. Ich liebte Remmele, ich war eine überglückliche Mutter, aber über alledem lag der finstere Schatten eines Mannes, der noch in Zeiten zu leben glaubte, als die Pächter der reichen Großgrundbesitzer ihre herangewachsenen Tochter willig den Lüsten ihrer Herren überließen und als niemand etwas dabei fand, daß diese Töchter dann schlichte Bauern heirateten und als Entehrte eine Mitgift von ihrem Verführer annahmen. – Der alte Marchese, immer noch ein stattlicher Mann, drohte meine Eltern von dem Pachthof, den sie viele Jahre innegehabt hatten, zu verjagen. Seine Wut und sein Haß, daß ich Remmele geheiratet hatte, kannten keine Grenzen. Mein Vater kam zu mir, Remmele war nicht daheim, – mein Vater klagte mir sein Leid, verfluchte den Marchese, beschwor mich, diese Ehe durch Flucht zu zerstören. Er hatte die Heirat nie gebilligt, ich war strenge Katholikin, – Remmele als Deutscher und Protestant war ihm ähnlich verhaßt wie der Marchese. – Ersparen Sie mir Einzelheiten … Es kam zu einer entsetzlichen Szene, mein eigener Vater drohte mir mit seinem Fluch, drohte mir mit Fegefeuer und Bann und Ausstoßung … – Die Italiener dort in den einsamen Pachthöfen, Herr Harst, haben immer noch ihre besondere Moral. Und ich –