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Page:Banditen des Olymp.djvu/54

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[54] das blieb meine einzige Schuld, war kleinmütig and feige, ich lebte noch in einer Ideenwelt, die mich am mein Seelenheil fürchten ließ und Mann und Kind hintenansetzte. So begab ich mich denn heimlich nach einer kleinen Besitzung des Marchese, die von Guiseppe Razzoni verwaltet wurde. Guiseppe, eine ehrliche Natur, ahnte noch nichts. Ich berichtete ihm das Ungeheuerliche, – er war empört, und als der Marchese am Morgen eintraf, kam es zwischen Herr und Diener zu einer heftigen Auseinandersetzung, der ich nur zuerst beiwohnte. Guiseppe muß jedenfalls so großen Einfluß auf seinen Herrn gehabt haben, daß der Marchese mich zunächst nicht weiter belästigte. Es vergingen trostlose Tage, Wochen … Der Marchese besuchte das kleine einsame Gut noch dreimal, – dreimal schützte Guiseppe mich, und ich gewann den Eindruck, daß er seinem Herrn mit gewissen Enthüllungen drohte, die ebenfalls mit Weibergeschichten zusammenhingen. Inzwischen war meine Rückkehr zu meinem Garten unmöglich geworden. Die Polizei hatte sich eingemischt, der Marchese hatte Remmele auf eine falsche Spur gelockt – nach Tunis, mein Kind war in Deutschland, alle Bande zwischen uns waren zerschnitten. Es gab für mich kein Zurück mehr. Unter anderem Namen lebte ich bei Guiseppe als dessen Enkelin. Jahre verstrichen, – die Sehnsucht erstarb nicht, und als der alte Marchese plötzlich dahinschied, beichtete Guiseppe seinem Sohne die Tragik meines zerbrochenen Daseins, zerbrochen durch meine Feigheit. – Alles weitere wissen Sie. Der Marchese bemühte sich um den Posten hier in Berlin, ich begleitete ihn als Mafalda, sah mein Kind, meinen Gatten, – – und der Marchese … war … feige wie ich, er wollte meinen Gatten langsam vorbereiten, – – dann kam diese Nacht … – Was soll nun werden?!“

Harst blickte an ihr vorüber auf seine Schlafstubentür.