[8] Chiffreschrift, gelegen. Der Marchese mußte diese Blätter unbedingt gesehen haben, er mußte auch ebenso bequem den Namen Trikkala gelesen haben, mithin schauspielerte er jetzt, als er einen plötzlichen Einfall vortäuschte.
„… Sie erreichte mich, kurz bevor ich zur Botschaft fahren wollte, Herr Schraut, ich wollte Sie Ihrem Freunde gern vorlegen, aber ich denke soeben erst daran, daß ich sie daheim liegen ließ … Sie ist nämlich teilweise in Zahlen niedergeschrieben, der ganze englische Text daher ohne Zusammenhang und sinnlos, was um so bedauerlicher ist, als ich überzeugt bin, daß die Depesche sich auf Janes Entführung bezieht.“
Er schaute mich dabei mehr nachdenklich als forschend an. Alles in allem war er ein ziemlich gerissener Gentleman, fand ich, obwohl seine Überleitung zu dem Thema Depesche etwas plump gewesen war. Ein unbestimmtes Mißtrauen gegen diesen Menschen stieg in mir auf, niemand konnte mir das verargen, – ich erwiderte daher vorsichtig:
„Harst erhielt auch ein Telegramm aus Trikkala – seltsames Zusammentreffen!“
Er nickte schwach. „In der Tat, seltsam. Ich möchte nicht aufdringlich erscheinen, – aber die Verschleppung meiner Gattin wird vieles entschuldigen. Kann ich die Depesche sehen? Es wäre doch recht bedeutsam, wenn sie zum Beispiel genau denselben Text aufwiese wie die meine.“
Der schlaue Fuchs fand bei mir jedoch keine Gegenliebe.
„Ich muß unendlich bedauern, Herr Marchese … Harst hat es mir ein für allemal zur Pflicht gemacht, keinerlei Schriftstücke Fremden vorzulegen – schon aus Diskretion nicht, da wir doch in den meisten Fällen von Leuten in Anspruch genommen werden, die sich aus