[11] falls ich recht habe, vier verschiedene Fingerabdrücke zu erkennen sein: die des echten Pastors, die deinen, die meinen und die des Kerles, der mit so gottbegnadeter Frechheit sich hier zu uns in die Höhle des Löwen wagte. Machen wir diese Fingerabdrücke also in der üblichen Weise sichtbar …“
Er tat es …
Und – er behielt recht! Der Briefbogen zeigte die völlig verschiedenen Fingerspuren von vier Personen!
„Was nun?!“ fragte ich kleinlaut …
„Nun wollen wir kurz erörtern, weshalb dieser Stellvertreter in Szene gesetzt worden ist. Fiel dir nicht auf, daß dieser Mensch die Geschehnisse in Lubowitz weit uninteressanter schilderte, als dies nach den Andeutungen des Pfarrers hätte der Fall sein müssen?!“
„Allerdings …“
„Nun, wir werden ihm auch den Gefallen tun und ihm morgen früh erklären, daß der Fall für uns doch zu wenig Sensationelles bietet. Wir lassen ihn auch ruhig von dannen ziehen. Angeblich will er ja nach Stettin zu Verwandten fahren und dann erst wieder in seine beschauliche Einsamkeit zurückkehren. Er wird keinerlei Verdacht schöpfen, daß wir ihn etwa durchschaut haben könnten, zumal wir beide ja gesundheitlich nicht ganz auf dem Posten sind …“
„Allerdings!“ nickte ich zum dritten Male … Und fragte:
„Und Heyking?!“
„Wenn die Bande ihn beseitigen will, kämen wir zu spät. Wenn man ihn nur gefangen halten will, werden wir ihn finden …“ Er gähnte herzhaft … „Für uns ist es nun Zeit ins Bett zu gehen, lieber Alter. Ich sehe es dir zwar an, daß du noch tausend Fragen in petto hast, du mußt sie dir jedoch schon verkneifen, denn ich bin hundemüde … Außerdem ist der Fall „Räucherkammer“ noch lange nicht spruchreif …“