[23] hier im Schlosse heimlich noch andere Leute beherbergt. Außerdem soll das Medium Anna Bother, des Gastwirts schlaues Töchterlein, spurlos verschwunden sein …“ – Er hatte mit gedämpfter Stimme gesprochen … Und doch hatten seine Worte den alten Mann vollständig außer Fassung gebracht …
„Wer … wer sind Sie?!“ fragte Pachnitzki nach einer geraumen Weile … „Sie … Sie … sind …“
„Erzählen Sie! Aber die Wahrheit!“
„O, da ist nicht viel zu erzählen, Herr Horten – falls Sie wirklich so heißen. Mein Gewissen ist rein. Daß ich hier im Schlosse die Herrschaften untergebracht habe, ist mein gutes Recht, denn es handelte sich um meine Räume …“
„Bitte – zur Sache!“ warf Harald ungeduldig ein.
„Gut, gut … Soll geschehen. – Es war so um die Weihnachtszeit herum, als mein einziger Sohn Heinrich reumütig zu mir zurückkehrte. Er hatte sich fünf Jahre in Amerika herumgetrieben und dort Anschluß an spiritistische Kreise gefunden, die auch nach Berlin hin Beziehungen unterhielten. Heinrich bat mich, sein Auftauchen vorläufig geheim zu halten, da er im Schlosse mit einigen Berliner Bekannten in aller Stille spiritistische Sitzungen veranstalten wolle. – Ich habe nun mit meiner verstorbenen Frau sehr glücklich gelebt, Herr Horten, und da Heinrich mir versprach, daß ich an den Sitzungen teilnehmen dürfe und so auch mit meiner Frau in Verbindung treten könne, war ich ganz einverstanden damit, daß Heinrichs Bekannte hierher kamen …“
„Und diese Sitzungen fanden in der Grotte im Parke statt, wie ich vermute …“
„Ja …“
„Und bei einer dieser Sitzungen erhielten Sie den Zettel aus dem Jenseits – den braunen Zettel … Nun sind in Ihnen aber allerhand Zweifel aufgestiegen, ob es bei diesen spiritistischen Phänomenen auch mit rechten Dingen